Die aus der ersten Reihe


Mein vierter Tag in der Schule. Ich mache Fortschritte, alle anderen auch. Es läuft also. Auch der junge Mann, gerade mal so Mitte 40 (ich entschuldige mich für vorherige Formulierungen), hat mittlerweile sein Labyrinth verlassen und sich den Weg zur spanischen Sprache freigekämpft. Wir sind alle lernfreudig. Fast alle. Alle, bis auf diesen Typ aus Schweden. Der ist am zweiten Tag zu uns gestoßen und seitdem geht es etwas schleppender voran. Denn statt auf Spanisch stammelt er lieber auf englisch und statt zuzuhören, spielt er lieber an seinem Handy rum. Und er hält uns auf!

Oh je. Ich klinge wie die Klassenstreberin aus der ersten Reihe. Aber das ist der Unterschied, wenn man lernen will und nicht muß. Außerdem kostet die Schule Geld! (typisch Deutsch: ich will was haben für mein Geld)

Nächste Woche wäre ich nur mit dem Schweden und dem Herrn aus Seattle in einer Klasse. Tut mir leid, das geht so nicht.
Meine Lehrerin hat das auch so gesehen und mit der Direktorin gesprochen (wenn, dann mache ich die Pferde richtig scheu).

Die Lösung ist simpel und doch harte Arbeit: morgen nach dem Unterricht und dem Test, den wir schreiben, habe ich zwei Privatstunden, in denen ich das lerne, was meine Klasse nächste Woche lernt, damit ich eine Woche überspringen kann.

Das Wochenende werde ich dann wohl recht viel mit Lernen verbringen.
Meine Mutter hätte sich gefreut, wenn ich diesen Satz mal vorm Abitur gesagt hätte…

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