Der Mann aus der 106


Ich war zum Essen eingeladen. Jetzt ist es kurz vor zwei. Ich bin zu Hause. Nicht etwa so spät, weil wir versackt wären, nein, weil wir eben erst um elf gegessen haben. Der Kürbis ist übrigens ein in Deutschland deutlich unterschätztes Gewächs!

Wie immer habe ich den Bus genommen. Und da ist es passiert. Zum zweiten Mal habe ich ihn gesehen. Diesen Busfahrer.
Es gibt viele Busfahrer in Buenos Aires. Hunderte, vielleicht tausende. Und meistens ist der Bus so voll, daß man sich die Herren am Lenkrad nicht genau ansieht, aber dieser hier… Den würde ich immer wieder erkennen.

Vielleicht auch, weil der Bus heute, sowie beim letzten Mal fast leer war. Spät abends unter der Woche eben.

Dieser Busfahrer hat helles Haar, um genau zu sein, weiß. Ist ungefähr zwischen 90 und 100 Jahre alt und hört so schlecht, daß er grundsätzlich die falschen Preise eintippt, wenn man ihm sagt, wo man hin will. Bei allen. Egal. Dafür lehnt er sich einem so herrlich entgegen, wenn man ihn anspricht und schaut einen an, selbstverständlich ohne die Geschwindigkeit des Busses zu reduzieren.
Beim letzten Mal hat er mir auch geholfen, an der richtigen Haltestelle auszusteigen. Sehr gewissenhaft.
Aber das Beste ist, daß er so gut riecht. Er riecht nach ganz frisch geduscht, und so riecht der ganze Bus.

Lieber Busfahrer der Linie 106 nachts unter der Woche, vielen Dank, daß Du dafür sorgst, daß Bus fahren zur Abwechslung mal keine Frage der Hygiene ist. Danke! Und das mußte einfach mal gesagt werden.

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Ein Kommentar zu “Der Mann aus der 106

  1. anne baumgart sagt:

    Das war bestimmt Kernseife!

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