Liebster Award!


Mittlerweile ist mein Blog schon etwas über fünf Monate alt, und ich freue mich über jeden einzelnen, der ihn liest. (Ich glaube, eigentlich heißt es ‚das‘ Blog, klingt aber doof, finde ich.)
Und es gibt auch Leute, die ich gar nicht kenne, die auch ab und zu reinschauen. Und tatarataaa, da bin ich doch glatt nominiert worden.
Für den “Liebster Award“.
Ich weiß nicht so hundertprozentig genau, was das bedeutet, aber ich freue mich riesig und bin ein bißchen stolz. Und deshalb ein Riesendankeschön an read me changing! (Übrigens absolut lesenswert, wenn Ihr wissen wollt, wie man jeden Tag ein bißchen gesünder und körperlich leichter leben will.)

Hier also nun ‚Die Regeln‘:

1. Verlinkt die Person, die Euch nominiert hat.

2. Beantworte die 11 Fragen, die die Person Euch gestellt hat.

3. Sucht Euch 11 Blogger, die unter 200 Follower haben und nominiert sie.

4. Überlegt Euch selbst 11 Fragen für Eure 11 Nominierten.

Meine Antworten:

1. Welches Buch liest du gerade bzw. hast du zuletzt gelesen?

Ich lese gerade ‚Crónicas del Ángel Gris‘ von Alejandro Dolina, einem argentinischen Schriftsteller und Radiomacher.
Lustiges Buch, spielt in Buenos Aires und dient meinen Spanischkenntnissen.

2. Wie sieht ein perfekter Sonntag bei dir aus?

In Deutschland hieß ein Sonntag für mich, lange schlafen und gemütlich frühstücken, am liebsten in Gesellschaft, und dann irgendwas Hübsches für die Seele machen.
In Buenos Aires kann ich fast immer lange schlafen, Frühstück ist nahezu unbekannt, aber was Hübsches für die Seele gehört trotzdem dazu.
Zum Beispiel ein Spaziergang über einen Markt, Kaffee trinken gehen mit Freunden und mit einem Buch in der Hand die Sonne genießen.

3. Welcher Sänger/Schauspieler/Künstler der heutigen Zeit inspiriert dich besonders und warum?

Es gibt viele Sänger, die ich mag, Musik, die mir gefällt, Schauspieler, die ich gut finde, aber richtige Inspirationen?
Meine Inspirationen liegen eher im Alltag und in den Menschen um mich herum.
Zum Beispiel habe ich mir vorgenommen, mir eine dicke Scheibe Stärke, Glaube, Zuversicht und Dankbarkeit abzuschneiden, von einer Freundin, die gerade ihren Krebs bekämpft hat. (Hab Dich lieb, Eva!)

4. Wie kamst du zum bloggen?

Ich selbst wäre wahrscheinlich nicht auf die Idee gekommen, aber als ich verkündete, daß ich nach Argentinien gehe, hat mich eine Kollegin darauf gebracht.
Nachdem ich mich daraufhin mit dem Thema beschäftigt hatte, stand fest, daß ich es gerne machen möchte. Danke also an Virginie!

5. Wie siehst du dein zukünftiges “Ich” in zehn Jahren?

Glücklich, egal, was auch passiert. Dankbar für das, was mir gegeben wird.

6. Welches Ereignis in deinem Leben hat dir die größte Menge Adrenalin durch deinen Körper schießen lassen?

Ich bin chemisch nicht sehr begabt und weiß nicht, ob immer Adrenalin für diese Gefühle völliger Aufregung zuständig war, einige positiv, einige negativ (ein einzelnes Ereignis herauszusuchen, fällt mir schwer. Ich nenne mal drei.):
Die Fahrt im Freefall Tower.
Als ich bei meiner Fahrprüfung fast gegen ein anderes Auto gefahren bin.
Als ich in Rom beinahe meinen Rückflug verpasst habe.

7. Deine größte Leidenschaft?

Ist wahrscheinlich das Reisen und das Kennenlernen neuer Sprachen, Orte und Menschen.
Und das ‚Nase-in-den-Wind-halten‘, wenn ich die Möglichkeit habe, Boot zu fahren.

8. Lieber einen festen Job, geregeltes Einkommen, Haus und Collie oder ein Leben voller Abenteuer, Möglichkeiten und Reisen?

Ich schätze, Frage 7 beantwortet das schon. Zumindest für den Moment. Daß ich eines Tages wieder einen festen Job und Wohnsitz habe, schließe ich nicht aus.
Dann aber mit Katze, Dogge, Cavalier King Spaniel und vielleicht einem Pony.

9. Engagierst du dich für soziale Projekte oder arbeitest du ehrenamtlich?

Hier in Buenos Aires gehe ich zum ersten Mal einem Ehrenamt nach.
Als Botschafterin einer Organisation zum Sprachaustausch. Und es macht erstaunlich viel Spaß.

10. Welches ist dein liebstes soziales Netzwerk?

Eindeutig Facebook, obwohl ich versuche, so wenig Freunde wie möglich zu haben und das meiste privat zu halten.

11. Ich war heute mit dem Rad unterwegs, habe die Sonne genossen und habe eine sehr gute Freundin getroffen, was hat DICH heute glücklich gemacht?

Ich habe heute spontan beschlossen, mich gegen Gelbfieber impfen zu lassen, und habe die Impfung kostenlos und ohne Probleme bekommen.
Danach habe ich mich mit einem Salat in die Sonne auf den Plaza de Mayo gesetzt und die Leute beobachtet.
Außerdem verstehe ich alles, was wir in der Schule gerade lernen.
Ich kann nur sagen: mein Leben ist schön!

And here are my nominees:

Kormoranflug

Theomix

Que onda?/Vallartina

De’ments

Au contraire

Eine Art Tagebuch

Sweetkoffie’s Blog

Ganzheitlich schlafen

fortlaufend

Skizzenbuch/Blog

Seelensupergau

Meine Fragen:

1. Wann hast Du das letzte Mal gedacht: Augenblick verweile doch?

2. Welchen Ort auf der Welt würdest Du gerne mal sehen und warum?

3. Wie schaffst Du es, herunterzufahren, wenn alles um Dich rum in Chaos ausbricht?

4. Wie bist Du auf den Namen für Deinen Blog gekommen?

5. Gibt es andere Blogthemen, über die Du gerne schreiben würdest (was du vielleicht schon tust)?

6. Welchen Film könntest Du immer wieder anschauen?

7. Welcher Person möchtest Du ganz speziell heute mal danke sagen?

8. In welcher Epoche würdest Du gerne leben, wenn Du wählen könntest?

9. Mit welcher berühmten Person, tot oder lebendig, hättest Du Dich gerne mal unterhalten?

10. Lieber Flip Flops oder Highheels?

11. Was wirst Du morgen tun, um noch ein kleines Stück glücklicher zu sein?

Viel Spaß!

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Improvisationsbacken


Ich koche relativ selten.
Da unser Hausherr gerne in der Küche zaubert und fast immer irgendetwas wie Empanadas, Pizza oder Auflauf vorbereitet hat, bin ich eher zurückhaltend geworden, was das Kochen angeht. Man könnte es sicher auch faul nennen.
Abgesehen davon, daß mein Essen nicht unbedingt für die Allgemeinheit bestimmt ist; denn was ich auch mache, fast immer ist das, was ich koche, irgendwie pikant bis scharf.
Und das ist für die sensiblen, argentinischen Gaumen eher Hölle als Genuß.

Was ich aber kann, ist backen. Und das macht Fernando nicht so gerne, weil ihm Süßes nicht immer gelingt.

Frisch eingetrudelt via Facebook ist ein Rezept für einen Avocadokuchen (Grüße nach Berlin!). Avocados gibt es hier zu Genüge, also wird das Rezept direkt ausprobiert.
Allerdings mit einem hohen Anteil an Improvisation:

Da ich keine gemahlenen Mandeln gefunden habe, die vermutlich auch ein Vermögen gekostet hätten, sind es Kokosraspeln geworden.
Die Pistazien fallen ganz einfach weg.
Backpulver wird durch Natron ersetzt.
Auch Vanillezucker ist hier eher was für internationale Supermarktketten, aber nicht für den Tante Emma Laden um die Ecke. Stattdessen nehme ich einen Löffel Vanillejoghurt. Es geht hier ja schließlich um die Vanille und nicht um den Zucker.
Limetten habe ich auch nicht gefunden, also Zitronen.
Die Butter bleibt Butter, auch wenn sie für umgerechnet 2€ pro 250g ziemlich teuer ist.

Mir wird klar, daß mein Kuchen irgendwie nicht mehr viel mit dem Originalrezept zu tun hat. Aber das weiß ja keiner hier.

Er gelingt trotzdem. Und Fernando hat schon ein großes Stück gegessen und nach Mehr gefragt. Also Erfolg.

Daß ich kein Food-Blogger bin, sieht man an meinem mäßig hübschen Foto, aber in echt sieht er wirklich gut aus.

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Und noch einmal Schulkind


Mein Ehrenamt als Botschafterin in Sachen Sprachen bringt mir ungeahnte Vorteile. Ich kann zum Beispiel kostenlos noch mal eine Woche eine Sprachschule besuchen.
Und da ich mir in den letzten drei Monaten mein Spanisch mehr oder weniger auf der Straße angeeignet habe, kann eine Politur wohl kaum schaden.
Abgesehen davon, daß man eh nie auslernt, und mein Spanisch bei weitem nicht perfekt ist.

Ich nehme das Angebot gerne an.

Montagmorgen bedeutet also früh aus den Federn und noch einmal die Schulbank drücken.

Stift und Vokabelheft liegen schon bereit, und ich freue mich!

Ein neues Familienmitglied


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Mein kleiner Garten wächst und gedeiht. Die Kräuter, die ich im Dezember im Garten angepflanzt habe, fühlen sich offenbar wohl. Oregano und Minze sogar so wohl, daß sie sich schon gegenseitig den Platz streitig machen.

Was mir noch fehlt, ist Koriander.
Den mag nicht jeder. Ich finde ihn aber zu dem ein oder anderen Gericht ganz wunderbar.

Heute findet ein Bio-Markt statt. Ganz in der Nähe.
Die hundert Menschen, die sich in Buenos Aires für Bio-Produkte interessieren, sind offenbar auch dort.
Und wie es der Zufall so will, gibt es einen Stand mit Kräutern in Töpfen.

Ich frage nach Koriander.
Er habe nur noch eine Pflanze, sagt mir der Verkäufer. Und die könne er mir nicht verkaufen, denn sie sei schon so gut wie tot. Noch nicht ganz, aber fast. Hat wohl die Wärme des Tages nicht vertragen.
Und tatsächlich ist das Pflänzchen nicht viel mehr als eine Ansammlung vierer graugrüner Stängel.
Gut, nicht verkaufen, aber verschenken vielleicht?
Na gut.
Er gibt mir den Topf, der mehr Erde als Pflanze enthält und rät mir, das Ding zu gießen, wenn es irgendwie noch überleben soll.

Ich ‚gieße‘ meinen Kräuterneuling mit zwei Eiswürfeln, die ich aus meinem Getränk fische. Wasser, Erfrischung und leichter Maracujageschmack. Wenn das nicht hilft…

Direkt nach dem Markt geht es zur Tangostunde.
Es geht nicht anders. Der Koriander muß eben mit. Musik hat ja auch positive Effekte auf Organismen.

Und nach der Tangostunde will ich noch auf einen anderen Markt.
Es geht nicht anders. Der Koriander muß eben mit. So kommt er wenigstens mal rum, bevor er nur noch den Garten sieht und sich mit seinem neuen Nachbarn, dem Thymian, unterhält.

Während unserer kleinen Reise scheinen sich die Eiswürfel in einen See zu verwandeln. Die Erde ist mittlerweile durch und durch nass und aus dem Topf tropft es. Was waren das denn bitte für Eiswürfel?

Aber ganz ehrlich… Als ich zu Hause ankomme, bin ich mir sicher, daß der Koriander nicht nur wieder quicklebendig ist, sondern schon ein ganzes Stück gewachsen ist.

Das wird was mit uns!

Mit und ohne Hund


Fernando, der Hausherr, vergisst ab und zu mal was.
Zum Beispiel das Hündchen Ona im Supermarkt.
Oder das Hundefutter im Auto, mit dem er dann den ganzen Tag unterwegs ist.
Er hat offizielles Hunde-Ausführ-Verbot.
Einmal, hat er mir gestern mit einem Grinsen erzählt, hat er das Hündchen mit zum Chinesen genommen.
Erst Stunden später, als der Laden schon lange geschlossen hatte, fiel ihm auf, daß der Hund nicht da war.
Die Chinesen hatten sie zum Glück nicht zu Frühlingsrolle verarbeitet, sondern sich Onas angenommen, bis sie abgeholt wurde.

Gestern hat er, dem Verbot zum Trotz, das Hündchen doch mit zum Supermarkt genommen – und wieder mitgebracht.
Das hat er ganz stolz seiner Tochter per Whatsapp mitgeteilt.

Manchmal sind es die kleinen Erfolge des Alltags…

Ca 50 000 in rot weiß


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Fuuuußball!
Es ist soweit. Die Tickets in der Tasche geht’s Richtung Stadion. Im Umkreis von etwa einem Kilometer sind bereits die Straßen abgesperrt, und rot-weiß ist die dominierende Farbe der T-Shirts. Ich trage mintgrün, damit ich auch wirklich nichts riskiere. (Mutig wären blau-weiße Streifen gewesen.)

Ich habe noch die Reste meiner Pizza in einer Tüte dabei und hoffe, daß ich sie mit ins Stadion nehmen kann. Insgesamt muß ich durch drei Kontrollen, wobei bei der ersten nur nach den Tickets gefragt wird.
Die Leute um mich rum müssen Wasserflaschen (auch die aus Plastik), Taschenspiegel und anderes wegschmeißen, über meine Pizza lachen sie nur.
Alle, wie immer, hilfsbereit und stets zum plaudern aufgelegt.

Endlich im Stadion. Es geht rauf, rauf, rauf, bis ganz nach oben. Keine Sitzplätze, nur Steintreppen. Aber naja, waren ja auch die günstigsten Karten. Und dafür sitze ich im einzigen Bereich, der mit Stacheldraht eingezäunt ist. Supersicher, oder? Vielleicht soll der Stacheldraht auch eher die Hardcorefans um mich herum davon abhalten, waghalsige Aktionen Richtung Platz zu starten.

Ich finde es prima. Die Aussicht ist super, und nach einer halben Stunde legt sich auch der Schwindel meiner Höhenangst.

Das Stadion ist wirklich fast voll. (Das Stadion fasst über 65 600 Zuschauer.) Und zwar ausschließlich mit River Plate-Fans (alle nüchtern, weil im Umkreis von 1km kein Alkohol verkauft werden darf.)
Seit dieser Saison herrscht strenge Fantrennung, grundsätzlich dürfen nur noch eigene Fans ins Stadion. Das vermeidet zwar überwiegend Gewalt, sorgt aber auch dafür, daß die Gastmannschaft ganz schön verlassen ist.

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(Fotos mit Dank an Alexa Schlamp)

Neunzig Minuten Fangesänge für River. Durchgehend.
Das ist schon ziemlich beeindruckend. Ich verstehe kein Wort von dem, was gesungen wird und bitte einen Fan hinter mir, mal ein Lied zu notieren. Nach einer Zeile gibt er auf. Das falle ihm nur ein, wenn er gerade singe. Er gibt meinen Zettel weiter an den Nächsten, der die Aufgabe vollständig und gewissenhaft löst.

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Das erste Tor geht an River, das zweite an Godoy Cruz. Totenstille. Dann setzen wieder die Gesänge für River ein, und die elf blau-weiß gestreiften sind die einzigen, die sich über ihr Tor freuen.

Ungefähr achtundzwanzig gelbe und eine rote (River) Karte später gewinnt Godoy Cruz mit 2:1.
Die Köpfe hängen zwar, aber da es niemanden gibt, den man verprügeln könnte, gehen alle ziemlich friedlich aus dem Stadion und ihrer Wege.

Ich hatte ja vorher gesagt, daß ich Fan der Mannschaft werde, die gewinnt, aber ich gebe zu, daß das nicht so einfach geht. Godoy Cruz? Wer ist das überhaupt? Aber umgekehrt geht’s auch nicht. River? So schnell beuge ich mich nicht einem ganzen Stadion voller Fans.

Ich muß noch ein paar Spiele sehen und mehr Mannschaften. So einfach ist das nicht. Noch bleibe ich bei meinem sehr neutralen mintgrünen T-Shirt.