Sri Lanka 1 – Sie schließen die Grenzen


Corona geht um. Vielen wird vom unnötigen Reisen abgeraten. Das konnten wir ja nun wirklich nicht wissen, sonst hätten wir die Flüge erst jetzt gebucht; wäre bestimmt billiger gewesen. Und nötig ist unsere Reise, denn wir brauchen Urlaub.

„Sri Lanka, toll!“, sagen die meisten. „Was habt Ihr gebucht? Ayurveda? Eine Rundreise?“ – „Nein. Bis jetzt Flüge und zwei Nächte am Strand, der Rest ergibt sich.“ Irritierte Blicke.

Und so geht es los. Während meine Mutter warnt, wir flögen ja direkt ins Corona-Epizentrum und die Tante meiner Mitreisenden ein panisches „Sie schließen die Grenzen!“ ausstößt, werden wir in den nächsten zweieinhalb Wochen anderes erleben.

Nach einer langen Reise auf einem relativ leeren Flug in Colombo angekommen, werden wir tatsächlich schon erwartet. Unser Homestay hat uns einen Shuttle organisiert, für den wir dankbar sind. Es ist immerhin schon Abend und noch zwei Stunden Fahrt liegen vor uns.

In Beruwala werden wir dann mit großer Herzlichkeit empfangen. Das kleine Hotel liegt direkt am Strand und hier werden wir auch morgen frühstücken. Ob wir schon Pläne für die nächsten Tage haben, fragt Ranga, unser Gastgeber. Ja, entspannen, mehr Pläne gibt es nicht.

An diesem Abend geht nicht mehr viel. Die Nacht ist heiß und unruhig, aber die Müdigkeit so groß, dass ich trotzdem schlafen kann.

Am nächsten Morgen sitzen wir gegen elf beim Frühstück, mit den Füßen im Sand fragen wir Ranga, was er für Empfehlungen hat für die Gegend. Naja, man könne in die Kräuterfabrik und Teefabrik und dieses und jenes besichtigen… Nein, bitte keine Butterfahrten. Wir wollen Natur und Menschen, aber bitte keine Verkaufsaktionen. Er ist erstaunt. Normalerweise wollen die Touristen das, aber in der Nähe gibt es eine Buddhastatue, die man sich anschauen kann. Die größte des Landes und man kann einfach am Strand langlaufen. Das klingt schon besser. Zuerst aber testen wir den Entspannungsfaktor des Strandes. Ergebnis: hoch.

Abends brechen wir dann auf Richtung Buddhastatue. Am Ende des Strandes links und dann noch zwei Kilometer ins Dorf rein. Rangas Beschreibung ist einfach, aber treffend und auch, wenn die Tuk Tuk Fahrer uns lieber fahren würden – wir laufen.

Die Statue ist… groß. Schönheit liegt ja schließlich im Auge des Betrachters.

Das Highlight des Tages erwartet uns aber bei unserer Rückkehr an den Strand. Alles ist in ein gelb-rotes Licht getaucht. Es sieht unwirklich aus und einfach faszinierend schön (ich spreche hier für die Augen mehrerer Betrachter). Die kleinen Felsen im Wasser brechen die rötlichen Wellen und der Sand leuchtet gelb.

Wie in einer künstlichen Welt und doch sind wir mitten drin.Der erste Tag war genau das, was wir wollten. Bei Ranga gibt es nun noch Reis und Curry von Mama Hilda, serviert mit einem Lachen und Freude daüber, dass es uns gut gefällt. Woanders schließen sie vielleicht die Grenzen – wir stoßen auf offene Herzen.

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