Fleischeslust


Seit einer Woche wieder in Buenos Aires und natürlich schon dem Fleisch verfallen.
Generell habe ich meine Ernährung momentan ganz gut im Griff. Das meiste habe ich ja beim letzten Mal schon probiert, kann ich also beruhigt stehen lassen. Eis hatte ich bisher erst einmal und nicht täglich, und die letzte größere Mahlzeit gibt es für gewöhnlich gegen acht und nicht gegen elf.

Aber man darf ja auch mal eine Ausnahme machen, vor allem, wenn man mit anderen Essen geht.
Diesmal ist es später, seit dem Frühstück habe ich nichts mehr gegessen und dementsprechend einen Bärenhunger. Aber die bösen Kohlenhydrate will ich um elf Uhr abends schon gern vermeiden. Also teilen wir uns zu dritt eine Grillplatte plus Salat.

Ich habe mich noch nie so auf Fleisch gestürzt. Und es war so gut. Selbstverständlich nur die zartesten Teile des lieben Viehs.
Einfach herrlich. Gerne hätte ich mich persönlich bei der Kuh bedankt, aber aus offensichtlichen Gründen war das nicht möglich.

Und mit so vielen Proteinen fühle ich mich nicht mal vollgefressen.
Geht doch.

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All that Jazz


Es ist schon echt erstaunlich, was hier so geboten wird. Jeden Tag kann man irgendeiner Veranstaltung beiwohnen, wenn man möchte, und normalerweise kostenlos.
Viele Events werden direkt von der Stadt organisiert.
Vielleicht ist es in Berlin, Hamburg, Frankfurt und Co genauso, und es ist mir nur nie aufgefallen, weil man einfach so seinen Trott hat.

Also studiere ich den Veranstaltungskalender, und es steht an: Festival de Jazz!
Und das auch noch bei mir in der Nähe. In dem Park, der mir normalerweise dazu dient, daß ich schweißgebadet ein paar Runden jogge, in der Hoffnung, daß sich an meinem Körper wieder Konturen bilden, die nicht aus Speck bestehen.

Zwei Tage hintereinander finden im Park Konzerte statt, jeweils abends um 19, 20 und 21 Uhr. Und wieder einmal kostenlos.

Klar, daß ich hingehe. Am ersten Abend ziehe ich mir etwas Schickeres an. Man weiß ja nie, was so genau passiert. Das Konzert ist toll! Qualitativ hochwertig und das schönste: die Arena vor der Bühne ist voll! Die Leute wissen das Angebot offenbar zu schätzen.

Am zweiten Abend bemerke ich die Problematik, die sich mir jetzt stellt. Normalerweise würde ich um die Uhrzeit um den Park laufen und nicht drin sitzen. Gestern war ich ja schon nicht joggen, also müsste und will ich heute.
Naja, gestern hatte ich was Schickes an, dann tun es doch heute die Sportsachen, oder?

Das Konzert ist wesentlich anspruchsvoller, aber offensichtlich genießen die Porteños schwere Kost nicht nur, wenn es ums Essen geht. Ich bin froh, daß ich hingegangen bin! Und daß ich in Trainingshose und Schlabbershirt dasitze, stört auch niemanden. Direkt danach, um zehn, laufe ich noch zweieinhalb Runden um den Park. Es ist immer noch heiß, aber ich bin zufrieden.

Ich hab alles unter einen Hut gekriegt, und der Abend ist noch lange nicht vorbei…

Am laufenden Band


Ich muß was tun! Empanadas, Medialunas, Galletitas, Helado und Co. fordern ihren Tribut, und zwar auf meinen Hüften!
In Deutschland war ich immerhin aktives (und nicht nur angemeldetes) Mitglied im Fitnessstudio, außerdem habe ich ja im Juni dieses Jahres das Joggen für mich entdeckt. Daran muß ich mich nur erinnern.

Meine Laufschuhe warten schon die ganze Zeit geduldig im Koffer auf ihren Auftritt, also los!
In der Nähe gibt es einen Park, um den man wunderbar drum herum laufen kann. Theoretisch.
Praktisch ist da so viel Verkehr, daß man eher an Abgasen erstickt, als daß man an einen Punkt völliger Erschöpfung geraten könnte.
Zusätzlich ist es tagsüber einfach zu warm und schwül. Eine Kombination, die leicht an Selbstmord denken läßt. Nicht gerade mein Vorhaben.

Durch den Park laufen geht leider nicht gut, da die Wege im Zickzack angelegt sind und aus Schotter bestehen. Unangenehm. Und kühler ist es dort auch nicht.

Zweimal habe ich es versucht. Beim ersten Mal habe ich zwei Runden um den Park geschafft, habe mich aber einer Lungenvergiftung nahe gefühlt und mußte zur Abkühlung einen viertel Liter Eis essen, beim zweiten Mal war es so heiß, daß ich nach einer Runde aufgegeben habe.

Wie ärgerlich! Dabei möchte ich wirklich! (Abgesehen vom ‚ich muß!!!‘)

Die Lösung ist eigentlich sehr einfach. Ich gehe einfach abends gegen halb zehn laufen. Wer will mich schon überfallen? Schließlich habe ich kein Geld und nichts dabei. Ein Versuch ist es wert. Und siehe da…
…genau so machen es die Porteños (die Einwohner der Stadt) auch. Rund um den Park ist es um diese Uhrzeit voll. Alle Lauffreunde drehen ihre Runden, der Verkehr ist längst nicht mehr so schlimm und die Temperatur angenehm. Ich reihe mich ein und laufe einfach mit.

Und da ist es endlich wieder: das Gefühl, wenn die Beine wie von alleine laufen und der Kopf frei wird.
Und ich mache noch eine Entdeckung: das, was ich tagsüber als Kinderspielplatz am Rande des Parks abgetan habe, entpuppt sich als Fitnessstudio an frischer Luft zum freien Gebrauch. Alle Geräte, die man so benötigt, um sich ordentlich zu malträtieren.
Ok, das nutze ich vielleicht beim nächsten Mal. Nicht alles auf einmal!

Aber trotzdem: Ich fühle mich sehr gut. Das Laufen um diese Zeit werde ich öfter machen, und zur Belohnung gibt es jetzt erstmal einen Keks!