Same same but different


Die Hektik Hanois lassen wir am dritten Tag erstmal hinter uns. Wir haben einen Trip in die Ha Long Bucht gebucht. Ein Paket mit Übernachtung auf einem Boot.

Alle schwärmen von der Ha Long Bucht. Da wollen wir natürlich mitschwärmen.

Um alles individuell zu buchen, ist unsere Zeit zu knapp, deshalb wählen wir die Variante Reisepaket. Offenbar scheint das aber auch die einfachste Methode für die meisten zu sein – und so oder so landen am Ende so gut wie alle auf einem der mit Touristen vollgestopften Ausflugsboote.

Vorher probieren wir uns noch am Hotelfrühstück, das in meinem Fall aus einer der typischen Suppen, einer Pho, besteht. Auch, wenn sie offiziell vegetarisch ist, besteht die Basis eindeutig aus einer kräftigen Rinderbrühe. Ein bisschen zu viel für mich am frühen Morgen. Ich esse die Reisbandnudeln und das Gemüse aus der Suppe und versuche den Tiergeschmack mit viel Chili und Limette zu mildern. Man muss aber sagen, dass man sie als Fleischesser sicher als sehr gut bezeichnet hätte.

Wir werden am Hotel abgeholt. Noch herrscht Hanoi-Stress. Der Tourguide schreit uns nur kurz zu, dass wir uns beeilen sollen. Wir rennen mit unseren Koffern hinter ihm her. Der Bus, in dem wir fahren sollen, rollt langsam die enge Straße entlang – und hält auch nicht an. Der schmächtige Tourguide schmeißt unsere Koffer in den fahrenden Bus. Während wir noch ungläubig glotzen, ruft er uns irgendwas zu, was eindeutig nach BEEILUNG klingt. Wir springen also auch in den fahrenden Bus. Immerhin sind wir an Bord, und der Fahrer hupt sich seinen Weg aus der bunten, lauten, vollen, faszinierenden Stadt.

Während der zierliche Tourguide eben noch wie ein Sklaventreiber wirkte, entpuppt er sich jetzt als humoriger und extrem freundlicher Mensch, der wohl lediglich selbst versucht hat, in der Eile sein Bestes zu tun.

Gegen Mittag erreichen wir den Hafen. Ein Boot reiht sich ans andere. Alle im gleichen Stil. Alle bereit, die Tausenden von Touristen durch die Bucht zu schippern. Auch, wenn sich unser Tourguide Mühe gibt, unserer Gruppe von insgesamt 17 Leuten ein anderes Gefühl zu geben – er erzählt alles so begeistert, als sagte er es zum ersten Mal – schreit alles nach Massenabfertigung.

Das Wetter ist leider nicht ganz so, wie wir es uns erhofft haben. Es ist eher frisch und ein paar Tropfen Regen kriegen wir auch ab. Dementsprechend grau sind Himmel und Wasser und ebenso die Felsen, die zahlreich aus dem Wasser herausragen und das typische Bild der Ha Long Bucht prägen. Ich gebe zu – und man möge mich hierfür nicht steinigen – es erinnert mich an die Küste Norwegens, an der ich vor eineinhalb Jahren entlangfuhr. ‚Same same, but different’, um es mit den Worten der Vietnamesen zu sagen. Und für mich persönlich heißt das in diesem Falle: schön, aber nicht atemberaubend. Vielleicht liegt es aber wirklich am Wetter.

Unser Zeitplan ist extrem eng getaktet. Noch am Nachmittag geht es zu einer Insel, in der wir eine Höhle besuchen. Mit ungefähr 2000 anderen Menschen. Die ‚Amazing Cave‘ Hang Sung Sot ist eine Tropfsteinhöhle und wirklich wunderschön. Doch allein schon die Treppen, die aus dem bestehenden Boden gehauen wurden und damit einen Teil dieses Millionen Jahre alten Wunders zerstört haben, geben mir das Gefühl, dass wir eigentlich nicht hier sein sollten. Wenn man bedenkt, wie viele Menschen hier täglich durchgeschleust werden, ohne Erklärungen, wie lange es eigentlich dauert, bis eine solche Höhle entsteht, ohne Hinweise auf Achtsamkeit, ohne Rücksicht auf Verluste, frage ich mich, wie lange es noch dauert, bis ein weiterer Teil faszinierender Natur zerstört ist. Das gilt für die gesamte Bucht. Im Wasser schwimmen leichte Ölfilme und stellenweise Plastikteppiche, alles ist dreckig und ich sehe leider nur tote Fische.

Unser Tourguide hält seine Schäfchen liebevoll zusammen, zählt uns regelmäßig durch und spricht in einem bezaubernden Englisch, das überwiegend aus S und Sch-Lauten zu bestehen scheint. Ich frage mich, ob diese Laute im Vietnamesischen nicht vorkommen, weil es ihn offenbar große Mühe kostet, sie zu bilden. Er schaut ständig auf die Uhr, alles ist genau berechnet: die Zeit in der Höhle, die Stunde Kayak fahren, wann und wie lange es für alle Essen gibt….

Beim Essen gibt die Crew alles. Sie tischen so viel auf, dass es unmöglich ist, alles zu essen. Als Vegetarier gibt es immer zwei oder drei Extra-Teller. Unser Tisch steht voll und selbst zu sechst schaffen wir es nicht, ihn zu leeren.

Ich bin erstaunt, dass alles eher ungewürzt ist. Zimt scheint ein gängiges Gewürz zu sein, aber im Großen und Ganzen sind die Dinge entweder frittiert oder gedünstet, aber relativ geschmacklos. Naja. Wir haben ja noch Zeit, die vietnamesische Küche kennenzulernen.

Nach ziemlich genau 24 Stunden auf dem Boot, die ich trotzdem insgesamt als positive Erfahrung, aber nicht als Empfehlung, bezeichnen würde, bin ich froh, dass uns der Bus zurück Richtung Hanoi bringt.

Schließlich ist das nächste Abenteuer nur noch wenige Stunden entfernt…

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Blond und wir kommen nicht ran


Ich bin nicht mehr allein.
Vorgestern ist eine Freundin aus Berlin angereist. Früh morgens angekommen, haben wir tagsüber einen Streifzug durch das Viertel gemacht, um dann abends totmüde ins Bett zu fallen.

Aber wir hatten ja auch am nächsten Tag Pläne!
Einen Ausflug ins Blaue. Ohne so richtig zu wissen, wohin eigentlich.
Denn ein Bekannter hatte mich gefragt, ob wir mit ihm mitfahren wollen in einen kleinen Ort zwei Stunden von Buenos Aires entfernt. Natürlich. Was auch immer es da gibt.

Im Auto dann die Frage: wo fahren wir nochmal hin? – Nach San Pedro. – Aha. Und was ist da so? – Ein Fluß.

Naja. Wir werden sehen.
Nach etwa eineinhalb Stunden erreichen wir den kleinen Ort, idyllisch am Río Paraná gelegen. Trotz Sonntag ist so gut wie nichts los.
Wir spazieren ein wenig die ‚Promenade‘ entlang, aber so richtig kommen wir an den Fluß nicht ran. Zwischen uns und dem Wasser liegen Fischerclubs und Segelvereine und dementsprechend Zäune und Mauern.
Naja, ist sowieso Mittagszeit, und wir haben Hunger. Dann suchen wir uns eben ein Restaurant, das eine Terrasse zum Fluß hin hat. Sind wir clever!

Pustekuchen! Das einzige Restaurant mit einer solchen Terrasse serviert heute nur im Innenraum. Sehnsüchtig schauen wir vom Tisch aus durchs Fenster. Der Fluß bleibt in sicherer Distanz.

Aber immerhin ist das Essen gut. Ich gehe diesmal keine kulinarischen Experimente ein, denn ich habe einfach Hunger. Also Ravioli.
Meine Freundin und unser Begleiter teilen sich einen Pacú, einen hier typischen Fisch, der offenbar beide überzeugt.
Nachtisch: Queso y Dulce. Ein Stück Käse mit einem festen Gelee aus Süßkartoffeln. Kommt ebenfalls gut an. Die zwei Flaschen Wein tun ihr Übriges. Und damit meine Freundin auch gleich sieht, was eine Parrilla, also der Grill hier, ist, erbitten wir uns ein kleines Fotoshooting in der Küche, das der Asador, der Grillmeister, mit Begeisterung zulässt.
‚Nur, weil Ihr blond seid!‘, sagt unser Begleiter.
Naja, kann sein.

Ob es an der Haarfarbe liegt oder an der Freundlichkeit der Leute oder einer Kombination, letztendlich dürfen wir doch noch ans Flussufer. Man läßt uns durch die Absperrung und drückt beide Augen zu.

Also: blond und wir kommen nicht ran? In Argentinien eher unwahrscheinlich!

Tigre, die Dritte


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Klar, daß ich als bekennender Tigre-Fan meinen Eltern das hübsche Flussdelta nördlich von Buenos Aires zeigen möchte.

Mein Vater will mit dem Zug fahren.
Eigentlich will er schon seit der Ankunft in Buenos Aires mit dem Zug fahren. Seine Konstante, an der er sich zu orientieren versucht (leider vergeblich, sorry Papa), ist der Hauptbahnhof, auch, wenn der nicht mal in der Nähe von dort, wo ich wohne, liegt.
Der Bahnhof und jegliche Form von Gleisen (neben einem guten Steak) scheinen eine magische Anziehungskraft auf ihn auszuüben.
Nur mal ein Stück will er fahren. Von einer Station zur nächsten. Warum auch immer…

Nun, da bietet sich der Ausflug an den Tigre an. Der Zug braucht etwa eine Stunde. Zwar fahren wir nicht vom Hauptbahnhof ab, aber mein Vater ist erfreut, lobt sogar das digitale Anzeigen-System am Bahnsteig, während meine Mutter im Zug ungläubig auf die uralten und verkratzen Sitze starrt. Manchmal gehen die Vorstellungen von Abenteuer eben auch nach über 30 Jahren Ehe noch auseinander. Aber kein Grund für Misstimmung. Im Gegenteil!

Der Tag ist herrlich sonnig, und am Tigre angekommen, spazieren wir am Fluß entlang, vorbei an den schönen Kolonialbauten, drehen eine Runde durch den kleinen Frachthafen und machen schließlich noch eine Bootsfahrt mit.

Diesmal nicht, wie bei meinem ersten Mal, in einem kleinen vier Mann Boot. Da hätten wir meine Mutter nicht hinein bekommen.
Aber auch, wenn das etwas größere Boot nicht in die Seitenarme fahren kann, kriegen wir einen schönen Einblick in das Leben am Rande des Tigres.

Und meine Eltern scheinen mit diesem weiteren Ausflug, inklusive heiß ersehnter Zugfahrt, rundum zufrieden zu sein.
Ich bin es auch.

Und so ein Wochenendhäuschen am Tigre…

Keine Zeit


Momentan ist es zeitlich gar nicht so einfach, etwas zu schreiben.
Freizeitstress!
Es gäbe genug, aber da ich den Morgen mit Wäsche machen, den Tag planen und mich selbst in einen vorzeigbaren Zustand bringen beginne, ihn mit Ausflügen zusammen mit meinen Eltern fortsetze und schließlich nach einem guten Abendessen und Konversation totmüde im Bett beende, habe ich einfach gerade nicht viel Zeit.

Morgen kann ich wahrscheinlich auch nichts schreiben, denn es steht eine Bootsfahrt nach Uruguay an. Keine Zeit!

Und daß das bitte niemand falsch versteht: ich beschwere mich darüber nicht im Geringsten! Diese Art von Stress kann ich sogar bedenkenlos weiterempfehlen.

Unsere kleine Farm


Kaum sind meine Eltern da, zerre ich sie auch schon wieder raus aus der Stadt.
Ein Farmausflug ist geplant. Ich war so frei, einfach was zu buchen, und die Unternehmung stößt glücklicherweise auf Zustimmung.
Ehrlicherweise erwarte ich nicht den besten Ausflug aller Zeiten, denn das Ganze war ziemlich günstig und wird auf bekannten Internetbewertungsportalen eher als Kaffeefahrt beschrieben. Mir geht’s aber eigentlich nur darum, daß wir mal was vom Land sehen. Und da wir in der Stadt abgeholt werden, mindestens eine Stunde fahren, und die Farm an sich ganz schön sein soll, erscheint mir das Ganze schon positiv.

Der Tag beginnt mit Regen. In der Nacht hatte es seit mehreren Wochen des Sonnenscheins wie aus Eimern geschüttet. Na prima!
Selbstverständlich werden wir zwanzig Minuten zu spät vom Treffpunkt in Buenos Aires abgeholt. Nichts, was mich besonders überraschen würde.
Allerdings nicht, wie vermutet, in einem Kleinbus, sondern in einem Reisebus.
Also wirklich Massenabfertigung, denke ich.
Auf der Fahrt plärrt die Reisebegleiterin mit schriller Stimme und kaum verständlichem Englisch ins Mikro, um uns auf dem Laufenden zu halten, was die Umgebung angeht, durch die wir fahren.

Eineinhalb Stunden und beinahe Ohrenbluten später biegt der Bus in die Einfahrt der Farm ein, und uns offenbart sich ein bezaubernd angelegtes Gelände mit Rasenflächen, Terrakotta farbenen Gebäuden und einem Reitgelände.

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Wir werden mit Empanadas begrüßt, und das Fleisch für das Mittagessen liegt schon vorbildlich auf dem riesigen Grill. Seit 8Uhr, wie mir der Asador, also Grillmeister, mitteilt, der fleißig glühende Kohlen nachschiebt.
Und siehe da… Mittlerweile strahlt auch die Sonne.

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Natürlich sind neben uns noch viele weitere Touristen da, aber auf dem großzügigen Gelände verteilt sich das so sehr, daß man sich keineswegs wie auf einer Massenveranstaltung vorkommt.
Getränke gibt es den ganzen Tag und Nachschub an Empanadas ebenfalls.
Mein Vater sitzt im Halbschatten einer Palme, mit seinem Snack in der einen und einem Getränk in der anderen Hand, und bietet ein solches Bild der Zufriedenheit, daß selbst die Hofkatze sich seiner nicht erwehren kann und ihm schnurrend um die Beine streicht, in der Hoffnung er möge etwas Essbares fallen lassen.

Ein festes Programm gibt es nicht. Man kann eine fünfminütige Kutschfahrt oder einen ebensolangen bzw kurzen Ausritt mitmachen und das winzige, aber nette Gaucho (argentinischer Cowboy) Museum anschauen.
Und ich bin froh, daß ich keine asiatischen Klischees erfüllen und alle zwei Meter meine fünf Tonnen schwere Kamera aufbauen muß. (Obwohl die Fotos dieser Herrschaften aus Taiwan bestimmt schicker sind als meine.)

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Erst als es dann zum Essen in einem riesigen, aber gemütlichen Saal geht, sieht man, wie viele Besucher die Farm hat, aber das macht sich eher positiv bemerkbar. Denn mit all dem Essen und Trinken, begleitet von hausgemachter Musik und Tänzen, wirkt das Ganze wie eine große Feier.
Zu guter Letzt zeigen die Gauchos etwas von ihrem Können.

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Als wir wieder im Bus sitzen, schweigt die Reisebegleiterin netterweise, und die Gesichter meiner Eltern sind leicht gerötet.
Ob vom argentinischen Wein oder von der Sonne… Es war auf jeden Fall ein schöner Tag.

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Tren de la Costa


Ausflug mit Mirta. Auch, wenn ich nicht mehr bei ihr wohne. Aber am Montag hat sie mich gefragt, ob wir den Sonntag zusammen verbringen und was unternehmen wollen. Na klar. Dann begleite ich sie eben. Warum nicht.

Schon vorher hat sie mir vom ‚Tren de la Costa‘ erzählt. Klar, ‚tren‘ ist Zug. Küstenzug also. Aber gleichzeitig hat sie immer davon geredet, zu diesem Zug hinzufahren und dann einen Kaffee zu trinken. Das sei besonders. Also bin ich irgendwie davon ausgegangen, daß es ein Café gibt, das so heißt.

Kein Problem, da fahren wir hin. Ich hab zwar immer noch nicht kapiert, wohin genau, aber: Sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit.

Wir sitzen im Bus und steigen nach etwa einer Stunde aus.
Eine ziemlich weite Fahrt, um einen Kaffee zu trinken, oder?
Von der Bushaltestelle laufen wir fünf Minuten um ein sehr seltsames Gebäude zu betreten.
Das sei der Bahnhof, sagt mir Mirta. Aha, es geht also tatsächlich um einen richtigen, echten Zug und nicht um ein Café, das so heißt. Aber das soll ein Bahnhof sein? Die Halle ist menschenleer, dafür voll mit alten Möbeln. Es sieht eher aus wie in einem längst vergessenen Antiquitätenladen.

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Aber irgendwo, eine Treppe nach oben und ganz hinten, findet sich dann doch ein kleiner Schalter, an dem wir Tickets kaufen. Gleich daneben geht es raus zum Bahnsteig.

Und dann beginnt unsere Fahrt. Durch hübsche kleine Dörfer mit Palmen und Gärten entlang des Rio de la Plata. Endlich hab ich es kapiert. Dieser Zug fährt durch all diese schönen Orte, damit man zwischendurch aussteigen und sich was anschauen kann, um irgendwann weiter zu fahren.
Und genau das machen wir. Wir steigen aus, streifen über Märkte, trinken frischgepresste Säfte, essen frisch gebackenes Brot, entdecken andere Welten, steigen wieder ein und fahren weiter. Bis zum Delta in Tigre.

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Und obwohl für den ganzen Tag Regen angesagt war, scheint die Sonne.

Mirta fragt mich, ob wir diese Woche vielleicht mal nach San Telmo fahren.
Ich glaube schon.

El Tigre


Mit dem Bus nach Tigre. Fast zwei Stunden Fahrt, aber für nur etwa 2,50€.
Und plötzlich ist man ganz woanders.

Die Häuser am Flussufer erinnern an Kolonialzeiten, Palmen recken sich gen Himmel und der Fluß trägt die großen Ausflugsboote, voll mit Touristen, geduldig auf seinem Rücken.
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Eine Bootstour. Klar! Ich liebe sowieso Boot fahren. Aber lieber mit einem kleineren Boot.
An der Ecke auf der Brücke steht Fernando. Dunkelbraun gebrannt, Hose dreckig, aber mit einem breiten Lächeln. Er habe ein Boot, ein kleines, und er fahre abseits der großen Wasserstraße hinein ins Delta des Flusses. Für einen Preis, der leider das Budget sprengt. Na gut, dann nur eine ganz klitzekleine Tour, zu Werbezwecken. Bezahlung soll eine gute Bewertung seiner Tour im Internet sein. Deal!

Fast drei Stunden lenkt Fernando sein kleines Motorboot durch die schmalen Wasserwege des Deltas.

El Tigre.

Da ist er. Der wirkliche, der echte Tigre.
In der Luft liegt der Duft abertausender Blüten, das Wasser kräuselt sich sanft, und die Vögel zwitschern und singen von Freiheit.
Der Wind in den Haaren und die langsam untergehende Sonne im Nacken.
Vorbei an den kleinen Häusern der Einheimischen, an scheinbar unbewohnten Ufern und unsichtbaren Blicken.

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El Tigre.

Es wird dunkel.
Fernando macht sein kleines Boot am Steg fest.
Der Bus fährt zurück in die Stadt. Noch einmal einatmen. Und den Duft mitnehmen.
Und eines Tages wiederkommen.