Hausbrot


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Deutsches Brot? – Kein Problem! Ich verzichte hier auf gar nichts!

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Fernsehen? Na klar!


Ich gehe zum Bäcker. Ich bin ganz verrückt nach Chipa! Das sind kleine Brötchenbällchen mit einem Hauch von Käse.
Hier gehe ich auch komplett ungeschminkt auf die Straße, ohne Mascara und Co. In Deutschland wäre ich mir da eher nackt vorgekommen, hier ist es mir meistens egal.
In der Bäckerei bedient mich ein Mädchen mit einer Stimme, die noch kleiner ist, als sie selbst.
Ungewöhnlich. Normalerweise sprechen die Argentinierinnen seeeeehr laut. Man hat eigentlich ständig das Gefühl angeschrien zu werden.

Sie piepst mir die Preise vor (mittlerweile verstehe ich auch Piepsstimmen, yeah!), und als ich meinen Einkauf beendet habe, fragt sie mich mit großen Augen, woher ich komme.
Aus Deutschland.
Und, arbeitest Du hier?
Nein, noch nicht. Aber ich würde gern.
Beim Fernsehen?
Äh, weiß nicht.
Naja, Du könntest doch beim Fernsehen arbeiten.
Ich werde mal drüber nachdenken. Danke.

Also, ich werde mal drüber nachdenken…
Aber erst esse ich meine Chipas.

Rechenbeispiel


Hier verändert sich das Verhältnis zu Geld. Obwohl hier alles viel günstiger ist, habe ich oft das Gefühl, viel ausgegeben zu haben.
Das liegt sicher auch daran, daß ich momentan nicht arbeite und von meinem hart Erspartem lebe. (Was sich ja irgendwann ändern soll.)

Aber auf der anderen Seite ist es wirklich günstig.
Ein kleines Rechenbeispiel eines Tages:

Für etwa 2€ beim Bäcker:
Eine Tüte mit kleinen Käsebrötchen, ein Croissant und ein Muffin

Für etwa 5€ auf dem Markt:
Ein großer Burger (siehe Hauptsache gesund) und ein großer frischgepresster Multivitaminsmoothie

Für etwa 3€ im Gemüseladen:
Drei Avocados, ein Pfirsich, zwei Äpfel, eine große rote Zwiebel

Mit 10€ am Tag lebt man sehr gut.

Entdeckung der Langsamkeit


Einkaufen. Das Gute ist, daß die Supermärkte täglich bis neun geöffnet haben. Und meine Theorie ist, daß sie das auch müssen, weil sonst niemand zum Kaufen käme, denn ein Besuch im Supermarkt nimmt Zeit in Anspruch!

Ich möchte ein Stück Käse kaufen, Brot, eine Avocado, eine Zitrone und eine Zwiebel. Ich könnte in den Käseladen gehen, dann zum Bäcker und zum Gemüsehändler. Oder ich versuche es eben im Supermarkt, denn da gibt es alles.

Zeiträuber 1: sämtliche Käsestücke sind eher für Familien abgewogen als für eine Einzelperson. Ich möchte kein halbes Kilo Käse kaufen, also suche ich nach dem kleinsten Stück. Das dauert und kostet verhältnismäßig viel.

Zeiträuber 2: Gemüse muß man abwiegen lassen. Ein Mann wiegt alles, und da alle irgendwelches Gemüse kaufen, ist die Schlange dementsprechend lang. Und selbstverständlich wird jedes Stück in eine eigene Tüte verfrachtet.

Mittlerweile, eine halbe Stunde später, habe ich also vier Tüten. Eine mit einer Zitrone, eine mit einer Avocado, eine mit einer Zwiebel und eine mit Brot. Dazu kommt mein abgepackter Käse.

Zeiträuber 3: die Kasse. Es gibt zwar viele Kassen, aber vor allen steht jeweils eine lange Schlange. Also anstellen. Und teilhaben an der Entdeckung der Langsamkeit!
Die Kassiererinnen ziehen einen Artikel nach dem anderen vor den Sensor, wie in Deutschland, nur viel laaaangsamer. Und es gibt pro Einkauf immer ein oder zwei Artikel, die Probleme bereiten. Die der Sensor nicht lesen kann zum Beispiel. Aber bevor man die Nummer manuell eingibt, versucht man es lieber zwanzigmal. Und wenn man dann die Nummer manuell eingibt, vertippt man sich am besten und fängt von vorne an.
Und es gibt auch grundsätzlich kein Wechselgeld. Also schreit die Kassiererin jedesmal nach ihren Kolleginnen, ob die vielleicht gerade Kleingeld haben. Haben sie nicht normalerweise. Wenigstens wird der Einkauf großzügigerweise um ein paar Centavos abgerundet.

Ich habe also jetzt ein Stück Käse, eine Zitrone, eine Avocado, Brot und eine Zwiebel. Etwa eine Stunde nach Betreten des Supermarktes.

Das nächste Mal gehe ich zum Bäcker, zum Gemüsehändler und zum Käseladen.