Ein ganz normales Dorf in Córdoba


Frühstücken ist einfach nicht möglich. Der Magen ist morgens noch so voll vom Abendessen, da mache ich lieber eine Pause.
Und ein bißchen Bewegung wäre schön. Man gibt mir ein Fahrrad, damit ich das Dorf erkunden kann. Sehr gut. Leider bin ich nach fünfzehn Minuten fertig mit Erkunden und habe schon die meisten Straßen mehr als einmal durchfahren. Das Dorf ist eben klein und typisch: in der Mitte ein Platz mit Kirche, Schule und Polizei, rund herum Häuser und ab und zu ein kleiner Supermarkt.

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Ich beschließe also, meine kleine Tour für heute zu beenden und kehre zurück zum Haus. Das hat sich mittlerweile gefüllt. Mit Verwandten und Bekannten aller Art, die mal eben vorbeischauen. Überall wuseln Kinder und Hunde, und es ist vor allem laut. Aber eben so herzlich. Und natürlich gibt es Essen. Und ich soll meine Karotten Torte machen, von der Fernando allen vorgeschwärmt hat.

Inmitten all der Menschen stehe ich also in der Küche und backe. Immer wieder kommt jemand zum plaudern vorbei, bringt mir Mate Tee. Herrlich.

Die Torte gelingt und wird zur Nachspeise des Abendessens. Natürlich so gegen elf, nicht früher.
Und man sagt mir, die Schlagworte dieser Tage sind: mucho, rico y tarde.
Was bedeutet: viel, lecker und spät.
Das trifft es!

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Lama in 3000 Meter Höhe


Neuer Tag, neuer Ausflug. Wieder früh.
Heute geht es in den Norden nach Humauaca. Einem Ort in etwa 3000 Meter Höhe in der angrenzenden Provinz Jujuy.

Die Felder sind teilweise noch mit Nebel bedeckt, und diesmal sehen wir sie wirklich, die Anden. Wie sie sich in der Ferne parallel zu unserer Straße erstrecken. Kilometerweit begleiten sie unsere Sicht, während wir langsam aufwärts in die Berge fahren.

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Die Landschaft wechselt von tropischen Wäldern bis hin zu kakteengesäumter Wüste.

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Es ist heiß. Sehr heiß und trocken. Ganz anders als in Buenos Aires oder Iguazu.

Auf dem Weg halten wir in Pumamarca, einem kleinen Dorf, in dem die Einheimischen allerhand Decken, Keramik und sonstigen Kram verkaufen. Eine Decke wechselt auch in meinen Besitz. Kleines Andenken. Abgesehen davon muß man einfach etwas von den Farben mitnehmen.

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Und auch die Landschaft bietet wieder alle Farben. Sogar noch mehr als gestern leuchten die Felsen in Rottönen, Violett, Gelb, Grün und Grau. Unglaubliche Eindrücke, und man weiß gar nicht, was man zuerst fotografieren soll.

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Schließlich erreichen wir das Bergdorf Humauaca.
Ich habe auf dem Weg dahin brav meinen Koka Tee getrunken. Die Variante erschien mir sympathischer, als die Blätter als Ball im Mund zu haben. Auf jeden Fall
fühle ich mich gut. 3000 Meter seien aber auch noch nicht so hoch, sagt man uns. Allerdings gibt es im Bus Sauerstoff für Notfälle.

Koka ist übrigens in Argentinien legal und hat recht wenig mit Kokain zu tun. Natürlich wird es aus den Blättern gewonnen, aber für ein Gramm Kokain braucht man ein Kilo Blätter. Verkauft werden in der Regel Tüten mit 20 Gramm. Und in den Mund kriegt man vielleicht fünf.
Weit entfernt von einer halluzinogenen Wirkung also. Die Wirkung liegt lediglich darin, den Magen zu beruhigen und die Sauerstoffaufnahme zu verbessern.

In Humauaca gibt es Mittagessen. Wir können wählen zwischen Huhn, Salat und Lama. Angeblich eine Delikatesse.
Als Vegetarier sollte ich mich eigentlich für den Salat entscheiden, aber die Neugier ist zu groß. Lama soll extrem gesund sein, hat so gut wie kein Fett und Cholesterin.
Lama in Weissweinsoße. Klingt doch toll!
Schmeckt nur leider nicht. Trocken wie Staub. Und die Soße hatte mehr von Brühwürfel als von Wein. Dieses Lama hat vorher nochmal alle Muskeln angespannt, um so zäh wie möglich zu sein. Zum Glück gibt’s Salat dazu und eine Empanada mit Käse. Lama kann ich wirklich nicht weiterempfehlen.

Das Dorf ist unglaublich niedlich, aber auch unglaublich voll mit bettelnden Kindern. Da leider alles geschlossen ist, bleibt uns nichts weiter übrig, als auf dem kleinen Marktplatz unsere Runden zu drehen und uns die angebotenen Waren anzuschauen.

Am Nachmittag geht es dann wieder zurück. Wieder vorbei an all den Farben.

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Mein Ausflug morgen wird wohl etwas weniger farbig, denn es geht in eine Salzwüste. Ich bin gespannt.