Der Herbst naht


Es wird ganz klar Herbst, obwohl die Sonne heute scheint, und wir einen schönen Tag haben.
Aber Herbst auch, was meine Reise betrifft. Nur noch etwas über einen Monat, dann werde ich ins Flugzeug nach Deutschland steigen.
Geplant war eigentlich bis August, aber da gibt es Probleme mit dem Flug, und für einen komplett Neuen fehlt ein bißchen das liebe Geld.

Ich freunde mich ganz langsam mit dem Gedanken an.
Zumindest, Buenos Aires erstmal zu verlassen. Wieder ganz in Deutschland zu sein? Noch nicht richtig. Wenigstens wird es dort dann Sommer, das erleichtert mir das Ganze vielleicht.

Aber mein kleiner Kräutergarten wird ohne mich wachsen müssen, die Avocados reifen hoffentlich, aber ohne, daß ich sie probieren könnte.
Die Straßen, die ich mittlerweile so gut kenne, die Menschen, mit denen ich meine Zeit verbringe, die Stadt, die ich lieben gelernt habe, wird langsam vor meinem inneren Auge verblassen. Wird nur noch eine Erinnerung sein.

Ich darf noch nicht zu viel darüber nachdenken.
Aber es ist, wie es ist. Und das Leben hält sicher neue Abenteuer für mich bereit. Vielleicht soll es auch einfach so sein.

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Tanten-Alarm


Mein letzter Hilfeschrei nach Sprachvermögen wurde offenbar erhört. Es geht schon seit einiger Zeit wieder erheblich besser mit dem Spanisch.
Manchmal denke ich tatsächlich, ich könnte mich ja auch mal wieder einer Auffrischung des Französischen widmen. Immerhin treffe ich oft Leute aus Frankreich, die auf der Durchreise sind. Das sollte ich mal irgendwann nutzen, um die paar Erinnerungen, die ich noch an die Sprache habe, hervorzuholen.

Trotzdem es mit dem Spanisch soweit ganz gut klappt, mußte ich gestern mal fliehen. Hier aus dem Haus.

Die Tante war zu Besuch. Und die Tante spricht nicht nur schneller als alle anderen zusammen, sie spricht auch ununterbrochen. Und laut.
Und die zwei Male, die sie mich angesprochen hat, hab ich sie wirklich nicht verstanden.
Zwischendurch flüstert mir der Hausherr in der Küche zu: „Nun, wenn die Tante einmal anfängt, dann redet sie sehr viel.“

Gestern wars mir dann einfach zu viel. Die permanente Tanten-Beschallung hat mich schon etwas früher aus dem Haus getrieben, als ich eigentlich geplant hatte. Und ich hatte fast das Gefühl, daß es den ein oder anderen gab, der am liebsten mitgegangen wäre…

Ab und zu brauchen Kopf und Ohren eben einfach ihre Pause.