Wer hätte das gedacht!


Weil ich der Vegetarier in der Runde war, hat man extra ein vegetarisches Restaurant ausgesucht.
Und wie aus der Ferne höre ich mich enttäuscht sagen: „ich hatte mich eigentlich auf ein richtig schönes Stück Fleisch gefreut!“

Alle sind erleichtert, und ich bekomme das bisher beste Stück Filet, das ich je gegessen habe.

Fleischeslust


Seit einer Woche wieder in Buenos Aires und natürlich schon dem Fleisch verfallen.
Generell habe ich meine Ernährung momentan ganz gut im Griff. Das meiste habe ich ja beim letzten Mal schon probiert, kann ich also beruhigt stehen lassen. Eis hatte ich bisher erst einmal und nicht täglich, und die letzte größere Mahlzeit gibt es für gewöhnlich gegen acht und nicht gegen elf.

Aber man darf ja auch mal eine Ausnahme machen, vor allem, wenn man mit anderen Essen geht.
Diesmal ist es später, seit dem Frühstück habe ich nichts mehr gegessen und dementsprechend einen Bärenhunger. Aber die bösen Kohlenhydrate will ich um elf Uhr abends schon gern vermeiden. Also teilen wir uns zu dritt eine Grillplatte plus Salat.

Ich habe mich noch nie so auf Fleisch gestürzt. Und es war so gut. Selbstverständlich nur die zartesten Teile des lieben Viehs.
Einfach herrlich. Gerne hätte ich mich persönlich bei der Kuh bedankt, aber aus offensichtlichen Gründen war das nicht möglich.

Und mit so vielen Proteinen fühle ich mich nicht mal vollgefressen.
Geht doch.

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Bohnen, Bus und Gegrilltes


Der Flug war pünktlich, und dank meines wunderbaren, neuen Reisekissens habe ich einigermaßen bequem schlafen können.
Ein ewiges Rätsel wird mir das Flugzeugessen bleiben. Es ist nicht das erste Mal, daß es an Bord in irgendeiner Form Bohnen gibt. Grüne, rote… Dabei kennt doch jeder den Spruch: jedes Böhnchen, ein Tönchen.
Ich stelle mir vor, wie der Koch, der für das Essen verantwortlich ist, still in sich hineinkichert bei dem Gedanken, ein paar hundert Menschen in einem geschlossenen System mit Bohnen versorgt zu haben. Vielleicht soll das ja auch für mehr Auftrieb sorgen und Kerosin sparen. Zumindest ist aber die Maschine nicht aufgrund erhöhter Gasentwicklung explodiert.

Ich bin also gut angekommen, morgens kurz nach acht.
Daß es heiß sein würde, wußte ich, aber die Wand, die mich erwartete, hatte ich mir nicht ganz so heftig vorgestellt. Innerhalb von Sekunden war ich nass geschwitzt (zusätzlich hatte ich ja lange Hosen vom Flug an), und um mich herum alle genauso.

Diesmal wollte ich mich ja dem Abenteuer „Flughafen – Stadt“ im normalen Bus widmen. Hab ich auch. Lief auch alles prima und nach zweimal umsteigen und zweieinhalb Stunden Fahrt war ich dann da. (Erste Neuerung: Die Busfahrpreise wurden erhöht.) Wenn man zuviel Zeit hat und Geld sparen muß, ist das bestimmt eine tolle Alternative, ich werde beim nächsten Mal vielleicht lieber wieder auf ein Taxi zurückgreifen.

Mein Schlüssel passt noch, und ich werde sogar erwartet. Fernando begrüßt mich, er habe bereits den Grill angeschmissen und ein paar Stücke Fleisch besorgt. Was will man sich dagegen wehren?!
Nachdem ich mich aus meinen schweißnassen Klamotten gepellt und geduscht habe, gibt’s also direkt das erste Stück Fleisch in Argentinien, so wie es sich für einen Vegetarier gehört. Nebenher höre ich Fernando zu und versuche zu antworten. Es klappt auch noch einigermaßen, aber irgendwie komme ich mir selbst ganz fremd vor, wenn ich Spanisch spreche. Ganz seltsam.
Viel geht nicht rein, sowohl vom Fleisch, als auch Spanisch in meine Ohren, denn ich bin so kaputt von Flug und Hitze, daß es Zeit für eine Siesta wird.
Sofern das bei der Hitze möglich ist.
Ich werde einfach von einem Schwimmbad träumen.

Mein dritter Geburtstag


…ist diesmal mein eigener. Eigentlich ja schon am Dienstag, aber gefeiert werden soll heute.
Stilecht mit Asado.

Und dann passiert das, was so gar nicht passieren sollte: mein Asador, also der Mensch, der sich mit dem Grillen auf der Parrilla auskennt und mir in dem Fall helfen wollte, kann nicht kommen.
Alleine keine Chance! Schließlich habe ich keine Ahnung, welche Gradzahlen an den verschiedenen Stellen der Parrilla herrschen und wann man welches Fleisch und wieviele Kilos am Stück davon wohin legt, damit alles perfekt wird. Das ist eine Kunst für sich. Und das zarte Filet will ja keiner in Brikettform sehen!

Asado fällt aus!

Aber man ist ja flexibel, also brutzeln seit elf Uhr heute Morgen die Kartoffeln im Ofen, Guacamole, Knoblauchsoße und Tomatencreme sind vorbereitet, Möhren gekocht und eingelegt, und die Auberginen warten gerade auf ihren großen Auftritt in Sachen geröstet werden.
Salat ist gekauft, fehlen noch Käsevariationen, Salami und Schinken und Hamburger! Ja, ein bißchen wie Kindergeburtstag, aber es wird Hamburger geben. Kann sich jeder selbst belegen, macht Spaß und haben wir als Kinder schon geliebt.
Ich belege mein Brot dann eben mit Gemüse und vielen Soßen.

Außerdem gibt es genug Bier und Wein.

Ich glaub, das wird trotzdem gut!

Mein zweiter Geburtstag


Der Tangotanzlehrer hat Geburtstag. Seinen 31. Also haben wir nach dem Unterricht gefeiert. Wie es sich gehört wieder mal mit einem Asado.

Diesmal in kleiner Runde. Nur das Pärchen, das mit mir Unterricht nimmt, zwei Bekannte und die beiden Tanzlehrer.
Das heißt aber nicht, daß es dann weniger zu Essen gibt. Wiedereinmal landeten Kiloweise Fleisch auf dem Grill, dazu Brot, etwas Salat und viel Wein.

Wiedereinmal gab es anschließend auch Nachtisch in Form einer tollen Schokotorte.

Und wiedereinmal habe ich schlicht und einfach zu viel gegessen. Mein Magen war erst am späten Nachmittag des Folgetags wieder aufnahmefähig, und ich muß endlich lernen, daß es keine gute Idee ist, alles zu probieren, wenn man bestimmte Dinge nicht gewohnt ist.

Also: Das nächste Mal muß ich die Schokotorte unbedingt weglassen!

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