Rechenbeispiel


Hier verändert sich das Verhältnis zu Geld. Obwohl hier alles viel günstiger ist, habe ich oft das Gefühl, viel ausgegeben zu haben.
Das liegt sicher auch daran, daß ich momentan nicht arbeite und von meinem hart Erspartem lebe. (Was sich ja irgendwann ändern soll.)

Aber auf der anderen Seite ist es wirklich günstig.
Ein kleines Rechenbeispiel eines Tages:

Für etwa 2€ beim Bäcker:
Eine Tüte mit kleinen Käsebrötchen, ein Croissant und ein Muffin

Für etwa 5€ auf dem Markt:
Ein großer Burger (siehe Hauptsache gesund) und ein großer frischgepresster Multivitaminsmoothie

Für etwa 3€ im Gemüseladen:
Drei Avocados, ein Pfirsich, zwei Äpfel, eine große rote Zwiebel

Mit 10€ am Tag lebt man sehr gut.

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Ich bin schwanger, ich brauche Hilfe


Vier Wochen bin ich jetzt hier.
Die Zeit vergeht wie im Flug. Mittlerweile kann ich mich unterhalten. Das heißt, ich verstehe fast alles und spreche selbst, zwar ziemlich fehlerhaft und oft nach Wörtern suchend, aber ich kann mich verständlich machen.
Nur nach ein paar Stunden läßt die Konzentration meistens nach, und ich gehe über zu nicken und lächeln. Ist manchmal immer noch die einfachste Variante und merkt auch quasi keiner.
Und wenn mich jemand spontan was auf der Straße fragt, verstehe ich meistens auch nur Bahnhof. (Aber oft hat die Frage dann auch was mit der Richtung zu tun. Also ist Bahnhof ja gar nicht so schlecht…)

Und daß ich nicht die einzige bin, die ab und zu mal ins Fettnäpfchen tritt, zeigt diese kleine Geschichte, die mir ein Bekannter erzählt hat:

Eine Amerikanerin hat sich in Buenos Aires verirrt und wollte nach dem Weg zu ihrem Hotel fragen. Offensichtlich war ihr das ein bißchen peinlich. Peinlich auf englisch = to be embarrassed, embarazada in Spanisch = schwanger. Und dann gibt es noch zwei Formen des Wortes ‚zu sein‘ im Spanischen. ‚Estar‘ bezeichnet einen aktuellen Zustand, ’ser‘ ist ein andauernder Zustand.
Wenn man sagen will, daß man sich verirrt hat, kann man wörtlich übersetzt sowas sagen wie, ich habe den Weg verloren, wenn man aber sagt, daß man verloren ist, und dazu auch noch das Wort ’ser‘ benutzt, bedeutet das, daß man ein ziemlich großes Problem hat.

Was die Amerikanerin also sagen wollte, war:
Es ist mir peinlich, aber ich habe mich verirrt. Ich brauche Hilfe.

Was sie gesagt hat:
Ich bin schwanger. Ich bin total geliefert. Ich brauche Hilfe.

Die Menschen hier sind hilfsbereit. Sie haben ihr ein bißchen Geld gegeben.

Und sowas ist mir zum Glück noch nicht passiert!

Das bißchen Vorbereitung


Ach, all die vielen Kleinigkeiten.

Klar, daß der Reisepass noch lange genug gültig ist, (seit mir das Gegenteil mal einen Tag vor Abflug nach Afrika aufgefallen ist, bin ich da sehr sorgsam) und ein entsprechend großer Koffer bereit steht. Aber da ist ja noch die Sache mit dem „was, wenn ich da krank werde – wo wohne ich erstmal –  kann ich da arbeiten – wie lerne ich die Sprache am schnellsten – wie viel Geld nehme ich mit und in welcher Währung am besten – welche Klamotten sind sinnvoll – …???“

All die kleinen Fragen stellten sich erst nach und nach. Mir zumindest. Immerhin hatte ich schon einen Flug gebucht. Das musste erst einmal reichen. Ich würde tatsächlich fliegen, keine Fragen mehr also (Ticket nicht stornierbar). Und dann kamen sie doch auf, die Gedanken um all diese Kleinigkeiten. Vor allem auch, weil Leute die Angewohnheit haben, schon mal nachzufragen. Irgendwann sollte man da eine Antwort haben und letztendlich ist es von Vorteil, diese Dinge geklärt zu wissen. Ich geb’s zu.

Wer es also wissen möchte: ich werde nicht krank! (Und wenn doch, habe ich mit 1,15€ pro Tag vorgesorgt. Darüber bin ich immer noch selbst erstaunt.) Ich wohne, zumindest im ersten Monat, in einem privat vermieteten Zimmer. (Wenn man vielen Leuten von seinem Vorhaben erzählt, gewinnt man den ein oder anderen Kontakt.) Arbeiten ist erstmal nicht erlaubt, also finde ich einen Arbeitgeber, der für mich ein entsprechendes Visum beantragt (hoffentlich). Ich werde eine Sprachschule besuchen und gleichzeitig viele tolle Aktivitäten mitmachen und dabei nette Leute kennenlernen. Ich nehme ein paar Dollars mit, weil der Argentinische Peso eine Neigung zur Inflation hat. Ins Gepäck kommt eine mollige Strickjacke, weil es momentan noch nachts kühl wird, aber der Sommer kommt!

Fällt jetzt noch jemandem eine Frage ein?