Ich frag einfach mal


Das Jazz Festival hat mich angefixt. Ich habe wieder richtig Lust, selbst Musik zu machen. Nach den großartigen Radioboyz im Jahre 2009 oder so ist meine Gesangkarriere ja leider eingeschlafen.

Auf der Suche nach noch mehr Jazz finde ich eine winzige Kneipe mit Livemusik. Und zwar ganz in der Nähe meiner neuen Adresse.
Coole Bar, coole Musik.

Spontan frage ich den Gitarristen, ob er eine Band oder irgendwelche Leute kennt, die noch eine Sängerin brauchen. Nur so just for fun.
Er zögert und gibt mir seine Emailadresse.

Heute habe ich ihn angeschrieben und ein kleines Stimmbeispiel rangehängt. Und siehe da, er hat sofort geantwortet. Das gefalle ihm gut, und wenn der Festtagsstress mit all den Auftritten vorbei ist, wolle er sich melden zwecks gemeinsamen Musizierens.
Das heißt also dann im nächsten Jahr.
Aber immerhin…

…und wenn er sich nicht mehr meldet… Ich kann ja noch andere fragen.
Und vielleicht klappt es mit einem Job ja auch so ähnlich.

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All that Jazz


Es ist schon echt erstaunlich, was hier so geboten wird. Jeden Tag kann man irgendeiner Veranstaltung beiwohnen, wenn man möchte, und normalerweise kostenlos.
Viele Events werden direkt von der Stadt organisiert.
Vielleicht ist es in Berlin, Hamburg, Frankfurt und Co genauso, und es ist mir nur nie aufgefallen, weil man einfach so seinen Trott hat.

Also studiere ich den Veranstaltungskalender, und es steht an: Festival de Jazz!
Und das auch noch bei mir in der Nähe. In dem Park, der mir normalerweise dazu dient, daß ich schweißgebadet ein paar Runden jogge, in der Hoffnung, daß sich an meinem Körper wieder Konturen bilden, die nicht aus Speck bestehen.

Zwei Tage hintereinander finden im Park Konzerte statt, jeweils abends um 19, 20 und 21 Uhr. Und wieder einmal kostenlos.

Klar, daß ich hingehe. Am ersten Abend ziehe ich mir etwas Schickeres an. Man weiß ja nie, was so genau passiert. Das Konzert ist toll! Qualitativ hochwertig und das schönste: die Arena vor der Bühne ist voll! Die Leute wissen das Angebot offenbar zu schätzen.

Am zweiten Abend bemerke ich die Problematik, die sich mir jetzt stellt. Normalerweise würde ich um die Uhrzeit um den Park laufen und nicht drin sitzen. Gestern war ich ja schon nicht joggen, also müsste und will ich heute.
Naja, gestern hatte ich was Schickes an, dann tun es doch heute die Sportsachen, oder?

Das Konzert ist wesentlich anspruchsvoller, aber offensichtlich genießen die Porteños schwere Kost nicht nur, wenn es ums Essen geht. Ich bin froh, daß ich hingegangen bin! Und daß ich in Trainingshose und Schlabbershirt dasitze, stört auch niemanden. Direkt danach, um zehn, laufe ich noch zweieinhalb Runden um den Park. Es ist immer noch heiß, aber ich bin zufrieden.

Ich hab alles unter einen Hut gekriegt, und der Abend ist noch lange nicht vorbei…