Etwas leiser bitte!


Das Viertel, in dem ich wohne, ist laut. Keine Frage. Es ist eine typische Ausgehgegend und nachts, vor allem Freitags und Samstags, ist hier die Hölle los.
Komischerweise stört mich das nicht so. Ich schließe das Fenster und fertig.

Letzte Nacht bzw. heute Morgen hätte ich allerdings am liebsten einen Lautstärkeregler für meine Umwelt gehabt.
Mittwochnacht. Eigentlich nicht ganz so laut. Aber…
…um zwei Uhr Morgens finden sich offenbar Betrunkene auf der Straße vorm Haus ein, um das ein oder andere Ständchen vor sich hin zu gröhlen. Die Gesangsleistungen sind wirklich beeindruckend, und mein Schlaf hat sich verstört in eine Ecke verzogen.
…um vier Uhr morgens fährt irgendeine Art LKW durch die kleine Straße, so daß mein Bett regelrecht bebt.
…um sechs Uhr morgens fühlt sich das Familienhündchen durch irgendwen gestört und bellt, daß die Wände wackeln.
…um acht Uhr morgens veranstalten ALLE Autos, die sich in der Straße vorm Haus befinden, ein Hupkonzert von etwa fünf Minuten. Vielleicht waren es auch alle Autos von Buenos Aires.

Also Freunde, ganz ehrlich: meine Siesta fällt heute wohl etwas länger aus!

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Tourist mit Ambitionen


Eine Woche ohne Schule. Das heißt, mit ausschlafen. Aber zu faul soll es ja auch nicht werden, und meine oberste Mission lautet ja immer noch Spanisch lernen.
Es gibt Momente, da verstehe ich alles. In anderen summt alles einfach nur so an mir vorbei. Die Konzentration läßt eben manchmal nach. Ich glaube, das ist normal.
Mirta nötigt mich, Fern zu sehen. Damit ich mehr höre. Sie hat Recht. Nur da war ja das Problem mit der Lautstärke. Wenn sie also kurz ins Bad oder in die Küche geht, mache ich den Fernseher schnell ein bißchen leiser. Von „ich bin kurz vor taub“ auf „etwas weniger taub“.

Meine erste Zeitschrift auf Spanisch habe ich mir auch schon gekauft. Eine Cosmopolitan. Da sind die Themen nicht so hochtrabend und gut zu verstehen. Aber zugegeben, es sind auch viele Bilder drin. Naja, ich steigere den Wortanteil langsam.

Und dann lerne ich natürlich noch weiter. Jeden Tag wandere ich wie ein Tourist durch die Gegend, mache ein paar Fotos, staune über die Vielfältigkeit der Stadt, um mich letztendlich in einen Park zu schmeißen und mich in meine Bücher zu vertiefen. Jeden Tag ein bißchen mehr. Und ich habe immer ein Vokabelheft dabei, in das ich auch die Wörter eintrage, die ich in Gesprächen mitkriege.

Gestern wollte ich Mirta erzählen, worum es in dem Film geht, den ich mir im Kino angeschaut habe. Auf Spanisch (der Film und meine Erzählung). Es ging um die Probleme verschiedener Paare. Paar heißt ‚pareja‘. Und leider gibt es ein Wort, das ganz ähnlich klingt, man muß nur das r und das j vertauschen und aus dem letzten a ein o machen. Und schon ist es ein ziemlich übles Schimpfwort.
Mirta hat mich mit sehr großen Augen angeschaut, sich aber nicht viel anmerken lassen, bis ich meinen Fehler selbst bemerkt habe. Auch ich habe so getan, als wisse ich nicht, was das Wort heißt.

Morgen muß ich wieder in den Park und unbedingt Vokabeln lernen!

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