Wolkensport


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Sport in fast 1500 Metern Höhe, und die Meisten sind auch noch bis dahin gejoggt. Da esse ich lieber weniger Empanadas.

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Salta

Willkommen


Nach dem Generalstreik am Tag zuvor scheinen nun alle einen Tag später fliegen zu wollen. Dementsprechend herrscht am Flughafen leichtes Chaos, und mein Flug verspätet sich um etwa zwei Stunden.
Halb so wild, ich bin schließlich gut angekommen, und nach einer Viertelstunde brav in der Schlange anstehen, bekomme ich auch ein Taxi (die Argentinier lieben es einfach, sich irgendwo anzustellen und Schlangen zu bilden).

Und als ich zur Tür hereinkomme, schwebt mir schon der Duft nach frischen Empanadas entgegen. Hausgemacht natürlich.

Und die Empanadas ála Fernando sind nun mal die besten. Willkommen zurück!

Ein Tag mehr in Salta


Argentinien ist immer für eine Überraschung gut, bzw war die Überraschung in diesem Fall nicht ganz so groß, weil sie schon im
Vorhinein angekündigt wurde: Generalstreik im ganzen Land.
Nichts geht mehr. Keine Busse, Züge, Taxen, Flüge, selbst die Mehrzahl der Geschäfte bleibt geschlossen (zumindest in Salta).

Dementsprechend ist auch mein Flug gestrichen.
Ich mache mich also schon morgens auf den Weg ins Büro der Fluggesellschaft und lasse mein Ticket auf den nächsten Tag umschreiben.
Ein Tag mehr in Salta also.

Da nichts fährt, muss ich zwangsläufig in der Stadt bleiben. Da das Wetter leider nicht besonders toll ist, macht das Rumlaufen auch nur bedingt Spaß.
Also besuche ich ein Museum.
Das ‚Museo de Arqueología de Alta Montaña‘.

In ganz Argentinien gibt es immer mindestens zwei Preise. Einen für Einheimische, einen für Ausländer, und der ist immer wesentlich höher.
An der Kasse werde ich also gefragt, wo ich her komme (es gibt blonde Argentinier, also…). Ich antworte wahrheitsgemäß. Die Dame fragt weiter, ob ich dann vielleicht einen Studentenausweis habe.
Nein, habe ich auch nicht.
‚Aber Du sprichst sehr gut Spanisch. Ich berechne Dir den Preis für Einheimische.‘
Man kann sich vorstellen, wie mich das gefreut hat.

Und das Museum ist wirklich interessant. Es erzählt viel über die Geschichte und das Leben der Inka, die auch hier im Norden Argentiniens ansässig waren. Noch immer leben hier ihre Nachfahren.

1999 wurden auf dem Berg Llullaillaco in 6700 Metern Höhe bei Ausgrabungen drei Kinder gefunden. Eingegraben in der Erde. Sie wurden bei einer feierlichen Zeremonie geopfert, zusammen mit vielen detaillegetreuen Grabbeigaben. Die Kälte und sauerstoffarme Luft des Berges haben sie perfekt konserviert. In dem Museum werden die Grabbeigaben, sowie eines der Kinder, aber eben auch Materialien, die die Inka benutzen, und andere interessante Dinge gezeigt. Klein, aber einen Besuch wert.

Nachdem ich das Museum gesehen habe, fehlt mir noch die Kirche. Die Kirchturmuhr beschallt die Innenstadt alle fünfzehn Minuten mit einer Melodie, und noch mehr Musik erwartet mich innen.
Ein Orchester probt gerade, und ich komme in den Genuss eines hübschen Stückes für Streicher und Oboe, keine Ahnung welches Komponisten.

Ich streife noch ein wenig über den zitrusbaumgesäumten Platz und genieße den restlichen Tag mit dem Duft von Orangen in der Nase.
Gar nicht so schlecht, wenn alles streikt in Argentinien.

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Koka, Salz und noch mehr Lamas


Sei es das Lama von gestern oder die Hitze; um fünf Uhr morgens befinde ich mich brechend über dem Klo, Durchfall gibt’s inklusive. Wunderbar!

Heute steht mir der längste Ausflug bevor, zu den Salzebenen, den Salinas Grandes, und den möchte ich nicht verpassen.
Ich presse also Zähne und Arschbacken zusammen und steige in den Bus.
Noch bevor wir Salta verlassen, muss ich schonmal um einen kleinen Stopp bitten. Auf der Toilette eines Hostels… Naja, keine weiteren Erklärungen.

Heute werden wir die 4000 Meter überschreiten. Kopfschmerzen und Übelkeit seien normal, sagt die Reiseführerin, allerdings nicht schon bei 1000 Metern.

Nachdem ich mich noch einmal in die Pampa (und da ich in Argentinien bin, kann ich das wirklich behaupten) übergebe, geht es mir erstmal besser.
Wir fahren überwiegend über Schotterstraßen. Nicht so bunt wie gestern, aber nicht weniger interessant.

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Es ist erstaunlich frisch, viel kühler als in den Tagen zuvor.
Meine persönliche Frische hält nicht lange an. Eingewickelt in des Fahrers massive Jacke (er wiegt bestimmt über 100kg, und seine Jacke ist eine Decke für mich), döse ich vor mich hin. Mein Kreislauf irgendwo zu meinen Füßen.

Irgendwann verteilt die Reiseleiterin Kokablätter an alle. Auch, wenn ich schon alle Symptome von Höhenkrankheit habe, schiebe ich mir die Blätter in die Wangentasche. Was soll’s! Kann ja nicht schlimmer werden.
Während die anderen im Restaurant Lama essen (ich hatte wirklich keine Kraft, irgendwen zu warnen), liege ich auf der Rückbank des Busses und schlafe.

Die Landschaft, die wir passieren, nehme ich nur halb war, und so habe ich auch kein Foto von den vielen lebendigen Lamas, die auf den Hochebenen rumrennen, mit ihren bunten Wollknäueln in den Ohren, die zeigen, wem sie gehören. Nur darauf wartend, den nächsten harmlosen Vegetarier zur Kloschüssel zu befördern.

Immerhin muss ich nicht mehr brechen. Mein Magen hat sich in jeder Hinsicht beruhigt, vielleicht durch das Koka, aber müde und fertig bin ich nach wie vor.

Aber ich habe es geschafft. Irgendwann erstreckt sich vor uns die Salzebene. 200 km im Quadrat, in der Ferne schneebedeckte Berge. Entstanden ist dieses Salzgelände durch vulkanische Aktivitäten. Mehr konnte ich nicht aufnehmen. Doch die Fahrt hat sich gelohnt. Es ist eine andere Welt.

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Zurück geht es auf der Strecke, die ich gestern schon gesehenen habe, inklusive des kleinen Dorfes Pumamarca.
Aber natürlich muss noch was dazwischen kommen…

Schon am ersten Abend in Salta wurde auf dem Platz vorm Rathaus groß demonstriert. Für mehr Bildung und bessere Konditionen im Ausbildungssystem.

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Und nicht nur in Salta, sondern auch in Jujuy wird demonstriert. Deshalb konnten wir gestern nicht die Innenstadt besuchen, zu gefährlich, und heute sind Straßen rund um die Stadt gesperrt. Wir müssen also einen Umweg fahren, der uns etwa eineinhalb Stunden mehr kostet. Wenn man nichts mehr will, als ins Bett, um zu schlafen, muss ja sowas passieren.

Nun denn, um zehn Uhr abends falle ich halbtot in die Kissen.
Und trotzdem werden mir letztendlich bestimmt die schönen Bilder dieses Tages in Erinnerung bleiben.

Lama in 3000 Meter Höhe


Neuer Tag, neuer Ausflug. Wieder früh.
Heute geht es in den Norden nach Humauaca. Einem Ort in etwa 3000 Meter Höhe in der angrenzenden Provinz Jujuy.

Die Felder sind teilweise noch mit Nebel bedeckt, und diesmal sehen wir sie wirklich, die Anden. Wie sie sich in der Ferne parallel zu unserer Straße erstrecken. Kilometerweit begleiten sie unsere Sicht, während wir langsam aufwärts in die Berge fahren.

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Die Landschaft wechselt von tropischen Wäldern bis hin zu kakteengesäumter Wüste.

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Es ist heiß. Sehr heiß und trocken. Ganz anders als in Buenos Aires oder Iguazu.

Auf dem Weg halten wir in Pumamarca, einem kleinen Dorf, in dem die Einheimischen allerhand Decken, Keramik und sonstigen Kram verkaufen. Eine Decke wechselt auch in meinen Besitz. Kleines Andenken. Abgesehen davon muß man einfach etwas von den Farben mitnehmen.

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Und auch die Landschaft bietet wieder alle Farben. Sogar noch mehr als gestern leuchten die Felsen in Rottönen, Violett, Gelb, Grün und Grau. Unglaubliche Eindrücke, und man weiß gar nicht, was man zuerst fotografieren soll.

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Schließlich erreichen wir das Bergdorf Humauaca.
Ich habe auf dem Weg dahin brav meinen Koka Tee getrunken. Die Variante erschien mir sympathischer, als die Blätter als Ball im Mund zu haben. Auf jeden Fall
fühle ich mich gut. 3000 Meter seien aber auch noch nicht so hoch, sagt man uns. Allerdings gibt es im Bus Sauerstoff für Notfälle.

Koka ist übrigens in Argentinien legal und hat recht wenig mit Kokain zu tun. Natürlich wird es aus den Blättern gewonnen, aber für ein Gramm Kokain braucht man ein Kilo Blätter. Verkauft werden in der Regel Tüten mit 20 Gramm. Und in den Mund kriegt man vielleicht fünf.
Weit entfernt von einer halluzinogenen Wirkung also. Die Wirkung liegt lediglich darin, den Magen zu beruhigen und die Sauerstoffaufnahme zu verbessern.

In Humauaca gibt es Mittagessen. Wir können wählen zwischen Huhn, Salat und Lama. Angeblich eine Delikatesse.
Als Vegetarier sollte ich mich eigentlich für den Salat entscheiden, aber die Neugier ist zu groß. Lama soll extrem gesund sein, hat so gut wie kein Fett und Cholesterin.
Lama in Weissweinsoße. Klingt doch toll!
Schmeckt nur leider nicht. Trocken wie Staub. Und die Soße hatte mehr von Brühwürfel als von Wein. Dieses Lama hat vorher nochmal alle Muskeln angespannt, um so zäh wie möglich zu sein. Zum Glück gibt’s Salat dazu und eine Empanada mit Käse. Lama kann ich wirklich nicht weiterempfehlen.

Das Dorf ist unglaublich niedlich, aber auch unglaublich voll mit bettelnden Kindern. Da leider alles geschlossen ist, bleibt uns nichts weiter übrig, als auf dem kleinen Marktplatz unsere Runden zu drehen und uns die angebotenen Waren anzuschauen.

Am Nachmittag geht es dann wieder zurück. Wieder vorbei an all den Farben.

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Mein Ausflug morgen wird wohl etwas weniger farbig, denn es geht in eine Salzwüste. Ich bin gespannt.

Von Ost nach West


Die Reise geht weiter. Und zwar früh.
Am Tag zuvor bin ich von Iguazu nach Salta geflogen, das im Nordwesten Argentiniens liegt. Etwa 300km von Chile entfernt.

Gleich nach der Ankunft ging es zur Stadtrundfahrt.

Salta liegt am Fuße einer Bergkette. Nicht die Anden, aber Berge.
Momentan ist es relativ heiß und trocken. Regen gibt es wohl nur für zwei Monate im Sommer. Die Menschen hier haben überwiegend einen Indio-Einschlag und gelten als die herzlichsten des ganzen Landes.
Um ehrlich zu sein, bin ich aber so müde, dass ich nicht mehr sehr aufnahmefähig bin.

Also habe ich nur noch zwei Missionen für diesen Tag: die berühmten Empanadas von hier probieren, die besonders gut sein sollen und mir Kokablätter besorgen.
Meine Ausflüge bringen mich in große Höhen. Teilweise bis über 4000 Meter über dem Meeresspiegel. Und das in kurzer Zeit. Höhenbedingte Übelkeit und Kopfschmerzen sind da wohl nicht selten, und die Blätter sollen helfen. Als Ball in der Wangentasche oder als Tee.

Beide Missionen erfolgreich erledigt.
Gute Nacht!

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Reise in Sicht


Heute hatte die Sonne einfach keine Lust. Kann ja mal vorkommen.
Grau in grau war der Himmel, und der Wind kündigt baldigen Regen an.

Aber ich habe Grund zur Freude. Vorfreude!
Denn ich habe heute meine kleine Reise durch den Norden Argentiniens gebucht.
Am 03. April geht es los.
Und Alexa, die vergangene Woche dort war, hat mir mit ihrem Foto schon mal so richtig Geschmack gemacht:

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Mehr Fotos kommen dann von mir, wenn ich unterwegs bin.
Nur eine Woche noch! Ich freue mich!