Ist denn noch Samstag?


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Es ist Sonntag, schon nach Mittag. Ich muß kurz zum Supermarkt (der auch Sonntags geöffnet hat).
Frisch geduscht, Haare gewaschen, laufe ich los, um festzustellen, daß ich so ziemlich die einzige bin, die frisch geduscht ist. Und vor allem nüchtern.

In den Clubs, an denen ich vorbeikomme, wummert immer noch Musik, und auf der Straße treffe ich die Reste der Nacht.
Schwankende Mädchen, lallende Kerle. Streitende Paare.
Und die Türsteher arbeiten immer noch.

Alle, die sich vor dem Gewitter letzte Nacht irgendwo reingerettet haben, scheinen erst jetzt wieder auf die Straße zu fallen.

Wenigstens die Kassiererin im Supermarkt ist auch nüchtern.

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Buenos Aires nach dem Regen


Der Sonntag wurde, nachdem er mit Regen begonnen hat, doch noch ein eher sonniger Tag. Und schwül, durch die hohe Luftfeuchtigkeit ist es hier eigentlich immer drückend.
Also nutzt man hier so einen hübschen Sonntag gerne zu einem Spaziergang über irgendeinen Markt, in meinem Fall den in San Telmo. Eines der alten Viertel mit hübschen Häusern und Gassen. Ich glaube, ich habe noch nie einen größeren Markt gesehen. Die Stände schlängelten sich gefühlt endlos durch die Straßen.
Um ehrlich zu sein, ist das meiste, was dort angeboten wird, nicht so mein Fall. Strickwaren, Räucherstäbchen, ‚Skulpturen‘ aus Draht… Aber zum Schauen trotzdem schön.

Und dann habe ich noch ein Geschenk bekommen: Seifenblasen!
Auch, wenn es morgens in Buenos Aires regnet, kann der Tag noch was Magisches kriegen.

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Regen in Buenos Aires


20131020-082906.jpg Erst kommt der Wind.
Den ganzen Abend hatte er durch die Straßen gefegt, an Türen gerüttelt und halbherzig geschlossene Fenster geöffnet.
Und dann entlud sich die Hitze des Tages in einem Gewitter, das jeden Schlafenden weckt.
Jetzt regnet es. In Strömen. Ein Sonntag im Regen. Was ich mit dem Tag mache? … Erstmal noch eine Stunde schlafen…

Bein bitte


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Die Uhren ticken hier anders. Wenn man zum Abendessen verabredet ist, heißt das, man trifft sich gegen halb zehn irgendwo, geht seeeehr langsam und gemütlich los und isst gegen elf. Um diese Uhrzeit sind die Restaurants voll. Man ist dann dementsprechend lange wach, um das Ganze zu verdauen. So zumindest am Wochenende.

Auch ein Sonntag beginnt gemüüütlich. Und in meinem Fall mit einem ASADO!

Asado ist grillen. Bitte jetzt keine Gedanken an Gasgrill und ein paar Würstchen! Nein, gegen elf lagen Huhn und Rind (pollo y carne! Laut Sprachgebrauch ist ein Huhn tatsächlich nur ein Huhn und nicht ‚carne‘, also übersetzt Fleisch) auf dem ‚parrilla‘ im Garten (einem gemauerten Grill, der Größe eines Kamins) und haben es sich so langsam warm gemacht. Gegen zwei war es dann soweit. Und auch wenn man hier mit den Augen rollt, wenn sich jemand als Vegetarier outet- den Salat und die Guacamole essen sie dann doch ziemlich gern.

Und nun die große Frage: hat sie oder nicht?

Klar, hat sie! Das erste Stück Fleisch, das ich probiert habe… Fürchterlich!!! Ich dachte, es sei Huhn, soll aber Rind gewesen sein. Fett und komplett durchgebraten. Das war ein Stück aus der Bauchgegend, sagt man mir. Ja, laßt es am Bauch. Stand der Kuh bestimmt gut!

Das Huhn hat mich einfach nicht angelächelt. Federvieh eben. Gackert, pickt, legt Eier, aber essen… kein Bedarf. Da habe ich weder Mitleid noch Gelüste.

Aber dieses eine Stück… Ohne Fett, ganz zart und durch und durch mit Geschmack! Ich hab’s aufgegessen. War gar nicht konsistenzgestört, fad oder ‚wird mehr, wenn man darauf kaut‘. Es war das Bein! Liebe Kuh, ich danke Dir für dieses schmackhafte Stückchen Bein, und ich würde es wieder tun!

Nicht, daß jemand denkt, ich hätte Massen verdrückt. Ich habe auch die Blutwurst missachtet. Das wäre ein bißchen viel für den Anfang. Aber es war ein Stück, und trotzdem fühle ich mich immer noch sehr fleischlos. Vielleicht, weil ich mir beim essen die Wiese, auf der das Rind wohnte, so lebhaft vorstellen konnte. Und die Gräser, die es gefuttert hat. Ich glaube, das Rind, von dessen Bein ich heute ein Stück gegessen habe, war sehr glücklich.

Aber bin ich jetzt eigentlich noch Vegetarier?