Die fröhlichen Tiroler


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Deutschsprachiges Kulturgut in Buenos Aires…
Und zum Abschluss haben sie tatsächlich das Flieger-Lied ‚getanzt‘.
Herrlich! Ich konnte nicht anders; hab vor der Bühne mitgemacht.

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Tanzmaus


Als ich meinen Eltern heute am Telefon sagte, daß es diese Woche kühl bleibt, nur so bis 30 Grad, dachten die, sie hätten sich verhört.
Aber tatsächlich gehe ich momentan mit Fleecejacke nach draußen. Gut, heute waren es wirklich nur 20 Grad.

Die frischen Tage, an denen man nicht hitzebedingt einem Kreislaufkollaps nahe kommt, muß man für Bewegung nutzen.
Ja, ich hätte auch joggen können, aber tanzen ist doch auch schön.
Also wird es an einem Abend Bachata. So etwas ähnliches wie Salsa (zumindest für meine Ohren). Schon einmal war ich in dieser Bar und landete unwissentlich in der Tanzstunde, diesmal ganz bewußt. Eineinhalb Stunden werden die Hüften geschwungen, Drehungen geübt, und die Lachmuskeln kommen auch nicht zu kurz.

Heute dann mal wieder Tango. Ich habe eine Adresse bekommen, von einem Ort, an dem Anfängerunterricht stattfindet. Erst hab ich gezögert, aber gucken kann man ja mal.
Wie immer bin ich die erste vor Ort. Ich denke schon, ich habe mich im Haus geirrt, als dann wirklich gerade so pünktlich, und keine Sekunde zu früh, die Tanzlehrer und anderen Schüler kommen. (Memo: Ich muß mir unbedingt mehr Zeit lassen bei allem.)
Wir sind zu acht, alles Anfänger. Die anderen waren aber schon ein paar Mal da. Wiedereinmal beginnen wir, Gehen zu lernen.
Und dann, nach und nach, gehen wir im Wechsel mit den verschiedenen Tanzpartnern und irgendwann, nach einer Stunde, fühlt es sich nicht mehr ganz so nach Gehen, sondern auch ein bißchen nach Tanzen an.

Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht, ich fühle einen leichten Muskelkater in Armen, Po und Beinen, und ich freue mich schon auf nächsten Samstag.

Am Dienstag steht übrigens Samba auf dem Plan. Mal sehen, ob das was wird.

Mädchenparadies


Heute versprach der Himmel nicht nur Abkühlung, heute hielt er sich auch daran. Mehrere Stunden schüttete es heute Morgen wie aus Eimern. Das bedeutet, daß der Nachmittag zwar heiß, aber einigermaßen erträglich wird.
Dementsprechend bietet sich eine kleine Shoppingtour an. Der erste Weg führt in das Hinterzimmer eines Schmuckladens. Ohne Schmuck, aber mit Pesos in der Tasche wird der nach wenigen Minuten wieder verlassen. Heute geht es nicht um Schmuck, sondern um Schuhe.

Ich bin eigentlich nur Begleitung, denn es soll um Tangoschuhkauf gehen, und da meine Tangokarriere so unbedeutend, man könnte sagen schlichtweg nichtexistent, ist, daß es sich noch nicht lohnt, dafür extra Schuhe zu kaufen, schaue ich lieber zu.
Ein spezieller Laden, der nicht gleich ersichtlich in einem Hinterhaus versteckt liegt. Nachdem wir klingeln, macht man uns auf, und wir stehen im Paradies. Im Paradies für alle Frauen, die schöne Schuhe lieben (also alle Frauen!), nicht nur des Tangos wegen.

Schon wenige Minuten später stapeln sich zu unseren Füßen die feinsten, hochhackigen Tanzschuhe. In allen Farben, Materialien, Mustern. Ein Paar schöner als das andere. Vielleicht lohnt es sich allein dafür, das Tanzen anzufangen.
Dementsprechend lange dauert der Kauf, aber langweilig wird es bestimmt nicht.

Zwei Paar verlassen mit uns den Laden, und ich muß dazu sagen, daß ich tatsächlich standhaft geblieben bin und keins gekauft hab.
Für soviel Abstinenz habe ich mir ein Eis verdient.
Nochmal gehe ich bestimmt nicht ohne neue Schuhe aus so einem Laden raus.

La Boca die Zweite


Heute Morgen sah es so aus, als werde der Tag nicht ganz so heiß. Ein wenig bewölkt, etwas windig, und die Wettervorhersage sprach sogar von späterem Regen. Perfekt für einen Ausflug also.

Wie es der Zufall so will, trifft man manchmal Leute, die man kennt, aber seit fast zehn Jahren nicht gesehen hat, plötzlich in einem ganz anderen Teil der Welt. So auch hier. Mich wundert sowieso überhaupt nichts mehr, ich freue mich einfach.
Und weil es so ein schöner Tag ist, und La Boca noch nicht bei allen als gesehen abgehakt werden kann, geht der Ausflug genau dorthin.

Schon im Bus (ich wiederhole noch mal die Preiserhöhung: von 1,70 auf 3,70!), der etwa eine Stunde braucht, sind wir förmlich zerflossen. Mittlerweile sind alle Wolken wie weggeblasen, es herrscht Windstille, und das Quecksilber klettert ohne Erbarmen nach oben.
Kaum angekommen, ist das erste Ziel ein Restaurant, eine kleine Stärkung, Schatten und vor allem (extrem überteuertes) Wasser.
Und trotzdem ist es den Besuch mal wieder wert. Die bunten Häuser leuchten in der Sonne, vor jedem Restaurant bieten Tangotänzer und -sänger ihr Können dar, und an einem Montag ist zwar viel los, aber es ist nicht so eng und überlaufen wie an Wochenenden. La Boca rund um seine Gasse Caminito ist Tourismus pur, aber irgendwie erfrischend. Und besonders.

Der Bus fährt uns wieder zurück, außer duschen und sich unter den Ventilator legen, ist heute nicht mehr viel drin.
Reicht ja auch. Morgen ist schließlich ein neuer Sommertag.

Tango… tanzt hier niemand


Ganz offenbar spalten sich die Bewohner hier in zwei Gruppen. Die, die tanzen und die, die der Meinung sind, daß niemand tanzt.

Bisher kannte ich nur Leute, die irgendwie was mit Tango und generell mit Tanzen zu tun haben. Sei es Salsa, Bachata, Reaggeton. Sei es in der Milonga, in Bars oder zu Hause im Wohnzimmer.
Aber mittlerweile sind mir auch einige Personen begegnet, für die das mehr oder weniger alles nur ein Gerücht ist.

Tango… hat man früher getanzt. Ist fast ausgestorben. Gibt es kaum noch. Und überhaupt sind die Argentinier, oder zumindest die in Buenos Aires, nicht so die Tänzer. Sind ja quasi alles Europäer ursprünglich. Und die haben ja auch nicht so den Rhythmus im Blut.

Wie hoch nun tatsächlich der Prozentsatz der tanzenden Bevölkerung ist, kann ich nicht sagen. Aber irgendwie passe ich mich automatisch an: Eine Woche lang habe ich fast täglich getanzt, eine Woche irgendwie quasi gar nicht.

Es gibt eben schlicht und einfach Beides.