Oh, Tannenbaum


Am achten Dezember passiert hier ein Teil der großen Magie des Weihnachtsfestes: der Baum wird aufgestellt!
Traditionell wird das an diesem Tag gemacht, auch damit das Bäumchen mit Licht und Schmückung alle Herzen erfreuen kann.

Man stelle sich 37 Grad vor, der Ventilator summt und statt an Glühwein, Knödel und Plätzchen denkt man eher an Eis in allen möglichen Formen.
Auch in unserem Haus wird ein Baum aufgestellt. Aber mit Magie hat das so wenig zu tun, wie das Wetter mit Schnee.
Melina, die Tochter des Hauses, holt eine kleine Kiste hervor, zieht einen fertig geschmückten Plastikbaum heraus, stellt ihn auf den Tisch, steckt den Stecker in die Steckdose und fertig.
Baum steht, Mission erfüllt, weiter geht es mit dem Alltag. Der Ventilator summt, wir trinken Saft mit viel Eiswürfeln, und ich stelle fest, daß mir der Weihnachtsbaum mit den Wurzeln der Tradition meines Elternhauses doch besser gefällt.

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Ein Ball, sechzehn Beine und das mal zwei


20131203-233011.jpgIch habe schon viel von Buenos Aires gesehen, aber noch lange nicht alles! Klar, die Stadt ist groß und hat viel zu bieten.
Zum Beispiel einen echten Volkssport, wie man mir erzählt. Wer jetzt an Fußball denkt, denkt das gleiche wie ich zuerst. Fußball ist auch eines der großen Themen hier. Boca oder River oder doch San Lorenzo… Bisher ist mir niemand ohne Lieblingsverein begegnet.

Aber in diesem Fall ging es um einen anderen Sport. Polo.

Warum auch nicht? Immerhin gibt es ja durchaus eine Tradition der Pferdehaltung in Argentinien.
Da werde ich gleich aufgeklärt; nein, die Pferde gehören meistens reichen Arabern.

Na dann…

…schaue ich mir doch diesen Nationalsport mal an.

Der Poloclub ist eine halbe Stunde zu Fuß entfernt. Klar, daß ich laufe.
Heute steht ein kleineres Turnier an, dafür ist der Eintritt frei. Ist doch ganz gut für nur mal schauen.
Auf den Plätzen der Arena sitzen weder reiche noch arme Araber. Ich entdecke gar keine. Voll ist es auch nicht, dafür beobachten aber alle ziemlich gebannt das Treiben auf dem Spielfeld. (Das viel größer ist, als ich dachte.)

Das Spiel ist wahnsinnig schnell. Die Pferde preschen übers Feld und am Schluß gewinnen die im roten Shirt.
Mir fällt auf, daß ich keine Ahnung von irgendwelchen Regeln habe. Aber hübsch anzusehen war es allemal.

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Und ich habe wieder ein Stück Argentinien mehr kennengelernt.