Mein Erfolg im Müll


Müll ist hier ja so eine Sache. Eine, die bloß nicht überbewertet wird.
Also, nix so in Richtung Mülltrennung. Und wie ich schon einmal geschrieben habe, wird vielerorts der Müll einfach in einer Tüte an die Straße geworfen und irgendwie, von irgendwem, irgendwann eingesammelt.

Aber wie ich auch schon geschrieben habe, wohne ich ja in einem sehr touristischen Viertel. Palermo Hollywood.
Und die lieben Touristen wollen keinen Müll auf der Straße.
Also gibt es hier nicht nur Tonnen an jeder Ecke, in die man seine Tüten werfen kann, anstatt sie dem Asphalt zu überlassen, es gibt sogar verschiedene Tonnen!

Eine Schwarze für alles und eine grüne für recyclebaren Abfall.
Zugegeben; der Inhalt der grünen Tonne läßt nicht direkt eine Trennung erkennen, obwohl außen aufgedruckt ist, was rein soll. Auch hier, zugegeben, ist so ziemlich alles außer Küchenabfällen aufgedruckt.

Aber trotzdem fühle ich mich tausend mal besser, als ich all meine Plastikflaschen – und nichts sonst – in die Tonne werfe.

Mir war vorher nie bewußt, daß der innere Drang, Müll zu trennen in mir so stark ist.

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Entdeckung der Langsamkeit


Einkaufen. Das Gute ist, daß die Supermärkte täglich bis neun geöffnet haben. Und meine Theorie ist, daß sie das auch müssen, weil sonst niemand zum Kaufen käme, denn ein Besuch im Supermarkt nimmt Zeit in Anspruch!

Ich möchte ein Stück Käse kaufen, Brot, eine Avocado, eine Zitrone und eine Zwiebel. Ich könnte in den Käseladen gehen, dann zum Bäcker und zum Gemüsehändler. Oder ich versuche es eben im Supermarkt, denn da gibt es alles.

Zeiträuber 1: sämtliche Käsestücke sind eher für Familien abgewogen als für eine Einzelperson. Ich möchte kein halbes Kilo Käse kaufen, also suche ich nach dem kleinsten Stück. Das dauert und kostet verhältnismäßig viel.

Zeiträuber 2: Gemüse muß man abwiegen lassen. Ein Mann wiegt alles, und da alle irgendwelches Gemüse kaufen, ist die Schlange dementsprechend lang. Und selbstverständlich wird jedes Stück in eine eigene Tüte verfrachtet.

Mittlerweile, eine halbe Stunde später, habe ich also vier Tüten. Eine mit einer Zitrone, eine mit einer Avocado, eine mit einer Zwiebel und eine mit Brot. Dazu kommt mein abgepackter Käse.

Zeiträuber 3: die Kasse. Es gibt zwar viele Kassen, aber vor allen steht jeweils eine lange Schlange. Also anstellen. Und teilhaben an der Entdeckung der Langsamkeit!
Die Kassiererinnen ziehen einen Artikel nach dem anderen vor den Sensor, wie in Deutschland, nur viel laaaangsamer. Und es gibt pro Einkauf immer ein oder zwei Artikel, die Probleme bereiten. Die der Sensor nicht lesen kann zum Beispiel. Aber bevor man die Nummer manuell eingibt, versucht man es lieber zwanzigmal. Und wenn man dann die Nummer manuell eingibt, vertippt man sich am besten und fängt von vorne an.
Und es gibt auch grundsätzlich kein Wechselgeld. Also schreit die Kassiererin jedesmal nach ihren Kolleginnen, ob die vielleicht gerade Kleingeld haben. Haben sie nicht normalerweise. Wenigstens wird der Einkauf großzügigerweise um ein paar Centavos abgerundet.

Ich habe also jetzt ein Stück Käse, eine Zitrone, eine Avocado, Brot und eine Zwiebel. Etwa eine Stunde nach Betreten des Supermarktes.

Das nächste Mal gehe ich zum Bäcker, zum Gemüsehändler und zum Käseladen.