Mit Geschmack


Ein letztes Mal Mittagessen mit einem Freund in diesem Jahr in Buenos Aires. Und da entdecke ich noch ein kleines vegetarisches Restaurant, das richtig punkten kann.
Das Essen schmeckt nach was. Nicht nur gesund, sondern sogar mit Gewürzen. Salat mit Dressing (ja, auch Salate können richtig gut sein, wenn das Dressing stimmt) und ein Wrap gefüllt mit Quinoa (das ist irgendsoein supergesundes Getreide). Und dazu noch zu einem guten Preis.

Geht doch! Argentinien kann vegetarisch!

Nächstes Jahr mehr davon und später noch ein großes Eis.

Jetzt erstmal Koffer packen. Viel nehme ich nicht mit, denn die Sommersachen werde ich in Deutschland wohl nicht brauchen.

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Hauptsache gesund


Ich will auf den Markt. Langsam muß man ja daran denken, Weihnachtsgeschenke zu besorgen, auch wenn die Stimmung hier nicht besonders weihnachtlich ist. (Ein paar Geschäfte verkaufen Weihnachtsartikel, wie bei uns auch, aber irgendwie passt es nicht in den Sommer.)

Der Markt soll ganz schön sein, mit vielen handgemachten Dingen wie Schmuck und Lederwaren.
Leider ist er für mich eine Enttäuschung. Winzig klein, zwar mit hübschen Sachen, aber nicht das, was ich mir vorgestellt habe.

Ich schlendere ein bißchen weiter. Immerhin bin ich schonmal in der Ecke, in der ich sonst nicht so oft bin. Belgrano.
Da entdecke ich an einem weiteren Platz einen anderen Markt. Viel größer und voll mit Leuten.
Ein ‚Organic Food Market‘. Diese Bewegung des supergesunden Essens, überwiegend vegan, hält offenbar überall Einzug, denn aus Berlin und London kenne ich das schon. Alles muß Gluten- frei sein (wer weiß schon, was Gluten ist), möglichst alleine vom Baum fallen und das Schlimmste: durch Geschmacksneutralität glänzen.

Und diese Sachen sehen wirklich toll aus! Ich kaufe mir einen Burger aus Linsen, mit Vollkornbrot und frischem Salat…
…und bekomme eine sehr trockene Masse, die mehr oder weniger nach Nichts schmeckt.
Kein Wunder, daß man bei einigen der Besucher förmlich die Knochen sehen kann. Schön ist das auch nicht!

Ich frage mich, wer auf die Idee gekommen ist, daß vegetarisches, veganes oder einfach nur gesundes Essen nach Nichts schmecken und trocken sein muß!

Ich geb es ganz offen zu: ich hab mir beim Bäcker noch einen Muffin geholt. Ich kam mir schon ganz vertrocknet und verhärmt vor, sah meine Zukunft meditierend auf dem Rasen mit knurrendem Magen, betend um Geschmack in meinem Leben.
Der Muffin hat’s gerichtet. Gottseidank!

Vielleicht ein bißchen viel


Die Menschen hier sind bisher wirklich nett und hilfsbereit. Sehr entgegenkommend.
Da war es nicht allzu verwunderlich, daß man gestern Abend tatsächlich ein vegetarisches Restaurant rausgesucht hatte, um NACH dem Kinobesuch, also so gegen elf, Abend zu essen.
Offenbar hatten aber alle Freunde des gepflegten Blattgrüns die selbe Idee. Alle in Buenos Aires, die Tierisches verweigern, schienen sich in diesem Restaurant eingefunden zu haben.
Keine Chance für uns!

Und was ist die naheliegendste Alternative in so einem Fall? Parrilla! Also ein Restaurant, in dem alles gegrillt wird, was das Rind so hergibt. Na klar!
Ok, überall gibt es Salat und außerdem könnte ich ja nochmal testen, ob mir das Fleisch immer noch schmeckt. Tat es. Also, viel Salat, ein bißchen gebackener Käse, etwas Fleisch und im Anschluß – man gönnt sich ja sonst nichts – Pudding mit Dulce de leche.
Dann nach Hause und ins Bett.

Schöner Abend, grausame Nacht! Sagen wir, ich hatte einige Begegnungen mit der Kloschüssel (und habe mir die Seele aus dem Leib…)
Schade um das gute Essen.
Kreislauf am Boden, Kopfschmerzen und auch sonst ziemlich elendiglich – für Mirta, meine Vemieterin, völlig logisch. Jeder wird krank, wenn man seine Gewohnheiten so umstellt. Das kenne sie schon.
Mit einem Tee, der geschmacklich direkt aus der Hölle kommt, legt sie mir nahe, meinen Körper für heute zu entgiften.
Mache ich! Und ab jetzt werde ich auch vorsichtiger essen!