Guten Morgen


Not macht erfinderisch, und siehe da: wenn man sich ein nasses Handtuch über das Laken legt und den Ventilator nachts anlässt, kann man trotz der Hitze ganz gut schlafen. Dazu hat es ein paar Tropfen geregnet letzte Nacht, so daß es heute wahrscheinlich nur 32 und nicht 40 Grad werden.

Gleich heute Morgen gab es einen kurzen Stromausfall. Nur zehn Minuten. Nichts, was man nicht verschmerzen könnte, vor allem, wenn man bedenkt, daß hier viele Menschen mehrere Tage, sogar Wochen, ohne Strom waren im letzten Monat.
Offenbar kommen die Stromfirmen da manchmal einfach nicht hinterher, wenn Kühlschränke, Ventilatoren und Klimaanlagen laufen.
Und man stelle sich zwei Wochen ohne all das bei 40 Grad vor. Nichts, was man unbedingt erleben möchte, denke ich.

Nachdem ich also meine Erschöpfung des gestrigen Tages weggeschlagen habe, stelle ich fest, daß sich hier nichts verändert hat. Die Katze schläft, wie immer, auf dem Tisch, das Hündchen erwartet jeden freudig, der morgens aufsteht, sogar mein Kräutergarten hat überlebt und wächst und gedeiht.

Aber es riecht anders. Nach richtigem Sommer. Irgendwie nach Urlaub…

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Oh, Tannenbaum


Am achten Dezember passiert hier ein Teil der großen Magie des Weihnachtsfestes: der Baum wird aufgestellt!
Traditionell wird das an diesem Tag gemacht, auch damit das Bäumchen mit Licht und Schmückung alle Herzen erfreuen kann.

Man stelle sich 37 Grad vor, der Ventilator summt und statt an Glühwein, Knödel und Plätzchen denkt man eher an Eis in allen möglichen Formen.
Auch in unserem Haus wird ein Baum aufgestellt. Aber mit Magie hat das so wenig zu tun, wie das Wetter mit Schnee.
Melina, die Tochter des Hauses, holt eine kleine Kiste hervor, zieht einen fertig geschmückten Plastikbaum heraus, stellt ihn auf den Tisch, steckt den Stecker in die Steckdose und fertig.
Baum steht, Mission erfüllt, weiter geht es mit dem Alltag. Der Ventilator summt, wir trinken Saft mit viel Eiswürfeln, und ich stelle fest, daß mir der Weihnachtsbaum mit den Wurzeln der Tradition meines Elternhauses doch besser gefällt.

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Es gibt Reis, Baby… Unter anderem


Hitze!
Mittlerweile ist es so warm, daß man auch nachts im T-Shirt rausgehen kann. Momentan zumindest. Das Wetter in Buenos Aires hat bisher nicht durch Zuverlässigkeit geglänzt.
Aber heute war es heiß.

Im Esszimmer summt der Ventilator, und in der Küche summt Fernando, der Herr des Hauses. Töpfe klappern, Wasser kocht, und es riecht plötzlich ganz wunderbar im Haus.

Mittagessen. Es gibt eine Tarte mit Mais gefüllt und Salat. Und es stellt sich heraus, daß hier jemand sehr gerne kocht.
Denn mit dem Mittagessen ist es nicht getan.
Abends fragt mich Fernando, ob ich schon gegessen habe.
Nur ein Stückchen noch von der Tarte, sage ich.
Na, aber! Er habe noch mehr! Und mal was Neues ausprobiert. Die Nichte plus Freund kommt auch zum Essen.
Was soll ich mich dagegen wehren…

Also gibt es noch einen Rest der Maistarte, panierte Auberginen, mit Reis gefüllte rote Beete und ein Broccolisoufflé.
Dazu sympathische Tischnachbarn und eine laue Sommernacht.

Habe ich schon erwähnt, daß es mir hier gefällt?