Zimmerjagd Nr. 3


Juchhuu! Die Zimmerjagd ist endlich auf Erfolg gestoßen.
Ab Dezember wohne ich in dem Stadtteil, der mir mit am besten gefällt. Palermo Hollywood! Wenn das nicht schon nach ganz großem Kino klingt…
Ist etwas zu vergleichen mit Berlin Mitte, und, wie in Berlin auch, liegt nebenan ein Stadtteil, der Prenzlauer Berg ähnlich ist, Palermo Soho.
Alles voll mit kleinen Geschäften, Bars, Restaurants, Theatern…

Letztendlich war es die Freundin einer Freundin eines Freundes eines Freundes einer Freundin, die das Zimmer vermietet. Also, das mit dem ‚Kontakte spielen lassen‘ klappt schon mal.

Dann kann ich mich ja so gaaaanz langsam aber sicher auf Jobsuche begeben…

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Umzug Nr. 1


Irgendwie ist mein Koffer kleiner geworden. Ich hab wirklich nichts gekauft, bis auf einen klitzekleinen Reiseföhn. Aber mein Koffer ging kaum zu und scheint auch schwerer zu sein als vor einem Monat, als ich herkam.

Nun denn. Immerhin ist er gepackt, und ich werde mich dann demnächst Richtung Bushaltestelle begeben. In der Hoffnung, daß der Busfahrer mich nicht stehen läßt, weil er keine Lust auf eine Person mit Koffer hat. (Kann passieren.) Die Fahrt dauert nur zehn bis zwölf Minuten. Und dann wohne ich für einen Monat dort, zusammen mit einem Mädchen aus Argentinien.

Ende November heißt es dann wieder Koffer packen. Ich hoffe, daß ich bis dahin ein anderes tolles Zimmer finde.

Zimmerjagd Nr. 2


Es kam tatsächlich zur vereinbarten Zimmerbesichtigung. Nach ca. 10 Minuten und unzähligen Klingelversuchen öffnet ein junger Mann, der sich selbst ‚Der Tiger‘ nennt. Freudestrahlend zeigt er mir das „wunderschöne Haus“ mit der „noch schöneren Terrasse“.

Und jetzt die harten Fakten: sechs Leute teilen sich ein winziges Bad ohne Dusche. Die Terrasse ist eine Müllhalde, das Zimmer, das mir angeboten wurde, ist eine Art Dachboden direkt über der Küche ohne Tür, dafür mit Schimmel.

Danke, Tiger. Ich verzichte. Aber die Erfahrung war es wert. Und wenigstens ist es beim vorher ausgemachten Freitag geblieben.

Zimmerjagd


Die erste Wohnung bzw. das erste Zimmer habe ich mir gestern angeschaut, denn ich will ja gerne umziehen. Mehr mit Einheimischen meines Alters zu tun haben.
Eigentlich sollte ich das Zimmer schon am Montag sehen, aber hier heißt das dann schnell mal Mittwoch, und ich glaube, da hab ich noch Glück gehabt.
Das Zimmer hat eine ganz gute Lage, ist doppelt so groß wie das, in dem ich momentan wohne (auch, wenn das nicht so wichtig ist), dafür wesentlich günstiger. Und außer mir wohnt dort ein argentinisches Mädchen. Und das Beste: es gibt eine ziemlich große Dachterrasse. Klingt wie ein Palast, ist es aber nicht. Hier ist alles eher ausreichend. Sparsam möbliert, gerade von allem das Nötigste. Aber mehr muß es ja auch nicht sein. Und wenn es mir dort doch nicht gefällt, ziehe ich im Dezember wieder um. Auch das scheint hier nicht total ungewöhnlich zu sein.

Trotzdem schaue ich mir morgen noch ein anderes Zimmer an. Hoffentlich morgen. Denn morgen kann auch zur nächsten Woche werden. Oder nächsten Monat. Also, Daumen drücken!

Hört, hört!


Mirta hört schlecht. Deshalb hört sie Fernsehen eher, als daß sie Fern sieht.
Und sie hört gerne Fern. Es ist das erste was sie morgens macht und das letzte in der Nacht.

Mirta hört gerne in Stereo. Das heißt nicht etwa, daß sie Kopfhörer trägt. Nein, sie dreht den Fernseher im Wohnzimmer auf und den in ihrem Zimmer. Natürlich mit zwei unterschiedlichen Programmen!

Leider liegt mein Zimmer zwischen ihrem und dem Wohnzimmer. Quasi eine permanente Beschallung.

Ich hoffe, daß das spanische Gemurmel, das mich in den Schlaf begleitet und mich aufweckt, mir tief im Inneren beim Lernen hilft!

Und was hat Freud damit zu tun?


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So habe ich also versucht, ein nachmittägliches Schläfchen zu halten in meinem kleinen, sehr kleinen, eigentlich winzigen Zimmer. Mein Blick fiel dabei immer wieder auf das Regal an der Wand über dem Fußende des Bettes. Nicht, daß ich Angst hätte, dass es auf mich stürzen könnte, vielmehr ist die Konstruktion an sich erstaunlich, da es in all seiner Schräglage doch nicht rutscht. Architektur, die begeistert!

Und ich höre mich ein. Oder ich lasse mich einfach einlullen und bilde mir ein, daß ich das ein oder andere verstehe. Aber meistens kommt man mit nicken und lächeln ganz gut hin. Zumindest, wenn man einfach nur zuhört. Wie man mir gesagt hat, sollte man das nicken und lächeln aber in Anwesenheit unvergebener Argentinier nicht unbedingt übertreiben. Logisch.

Ich habe aber tatsächlich einiges verstanden. Daß Mirta Kunst macht und sie dann an Freundinnen verschenkt zum Beispiel, daß in verschiedenen Regionen Argentiniens Dialekte gesprochen werden, und daß Vegetarier angeblich schneller frieren als andere Menschen (schwer zu sagen, ob mir öfter warm wäre mit einem Stück Fleisch im Bauch).

Nur, was Siegmund Freud damit zu tun hat, weiß ich nicht. Der kam aber drin vor, in all dem. Mehrmals. Den Namen habe ich verstanden. Verbuchen wir es vorläufig als Fehlleistung.