Gestrandet


Am nächsten Morgen geht es früh weiter. Mit dem Bus. Hoffentlich nicht wieder ein Schlafbus, wir fahren ja am Vormittag.

Zum Frühstück gibt es wieder gebratenen Reis, den ich wirklich mag. Ich frage die Mädels in der Küche, ob ich ein Foto machen darf. Sie kichern und plötzlich gesellen sich noch weitere Mitarbeiter dazu, die unbedingt aufs Foto wollen.

Mit uns im Frühstücksraum sitzt ein deutsches Pärchen. Sie haben eine Polaroidkamera dabei und machen nicht nur für sich selbst Bilder, sondern hinterlassen diese Erinnerung auch den Menschen auf den Fotos. Eine tolle Idee, denn die Kleine vom Vortag freut sich wie ein Honigkuchenpferd über das Bild und kichert vor sich hin. Wir sollten auch mit drauf und so haben auch wir die schöne Erinnerung.

Der Bus hat Verspätung und es ist… ein Schlafbus. Dieser ist nicht ganz so dreckig wie der erste, aber schön ist es trotzdem nicht. Immerhin sind wir um eins schon da.

Dachten wir.

Die Fahrt plätschert vor sich hin, keine besonderen Vorkommnisse. In Hue gibt es einen Stopp, von dem wir zunächst denken, dass wieder ein paar Leute ein- und Aussteigen. Wir bleiben sitzen… und erfahren gerade noch rechtzeitig, dass wir für Hoi An den Bus wechseln müssen. Also, aussteigen. Wir werden mit samt unseres Gepäcks in den Eingangsbereich eines Hostels geschoben mit der Information, dass in einer halben Stunde der andere Bus kommt.

Kommt er aber nicht. Er kommt auch nicht nach einer weiteren halben Stunde. Wir machen es uns gemeinsam mit dem deutschen Pärchen vom Morgen in einem Café gegenüber bequem und warten weiter. Insgesamt zweieinhalb Stunden.

Dann kommt tatsächlich ein Bus. Das bekannt Geschreie und Geschubse geht wieder los und wir suchen uns erneut einen Platz auf einer der Liegen.

Nach einer Weile halten wir wieder an. 30 Minuten Stopp. Na klar. Das kennen wir ja schon.

Wir sind irgendwie im Nirgendwo, an der Straßenecke gibt es wenigstens Toilettenmöglichkeiten und wir haben direkten Blick auf den sogenannten Wolkenpass. Nicht ganz schlecht also. Aus der Straße, die seitlich entlang geht und überwiegend unbefahren ist, dröhnt Musik. Hier frönt man eindeutig der Liebe zur Karaoke. Ein offenbar häufiges Hobby der Vietnamesen. Umso länger wir uns dort aufhalten, umso schräger scheint der Gesang zu werden. Und wir halten uns dort länger auf, denn der Bus hat eine Panne. Die Klimaanlage ist ausgefallen.

Mitten im nirgendwo zeigen die Vietnamesen Erfindergeist. Ein paar Mechaniker rollen an mit einer Hand voll Ersatzteile und einem zweiten Wagen, aus dem man für den Notfall noch was rausholen kann, wenn man es braucht. Sie schrauben und tüfteln und einer der Kerle ist so klein und zart, dass er regelrecht im Motorraum versinkt.

Es dauert insgesamt eine Stunde zwanzig bis unsere Fahrt weitergeht.

Die Zeit hat ein mobiler Straßenverkäufer genutzt und die anderen mit einem gefüllten Hefeteig versorgt. Den Ofen auf dem Gepäckträger seines Mopeds war unsere Panne sein Glück. Er verlässt uns mit einem Strahlen im Gesicht.

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